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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Weltwirtschaft, Arbeitsteilung und die DDR-Wirtschaft: Olaf Klenke

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508 Die vergleichende wirtschaftshistorische Regionalforschung der Industriali- sierung in Deutschland – die über innerregionale Vergleiche hinausgeht, d. h. die Entwicklung verschiedener deutscher Staaten und Regionen und ihre gegenseiti- gen Interdependenzen analysiert – steckt noch in den Anfängen. Der Arbeitsauf- wand für solche Forschungen ist nicht nur sehr hoch, sondern es bedarf dazu auch theoretischer Konzeptionen, deren Gehalt durch dauernde Reflexion und Anpassung an das empirische Material überprüft werden muß. Nur wenige Ar- beiten haben diesen Standard bisher erreicht. Die Dissertation von Dirk Euster- brock über die industrielle Entwicklung des südlichen Oberrheingebiets104 um- spannt einen zu großen Zeitraum und konnte deshalb über eine mit quantitativem Material angereicherte Beschreibung nicht wesentlich hinauskommen. Die erste systematische vergleichende Regionalanalyse deutscher Staaten und Regionen ist von dem Amerikaner Frank B. Tipton 1976 veröffentlicht worden. Die Aus- gangsfrage, „why each region diverges from the national average, and why at this particular time“,105 wird allerdings lediglich an den Erwerbstätigenzahlen der Reichsstatistik von 1861 bis 1907 operationalisiert, deren Aussagekraft begrenzt ist. Einen anderen, methodisch interessanten Weg hat Klaus Megerle (1943-1996) mit seiner Arbeit über Württemberg im Industrialisierungsprozeß Deutschlands beschritten. Er kennzeichnet „regionale Differenzierung als Ausdruck gegenwärtig drängender Fragestellungen und als Methode zur Erweiterung und Präzisierung der Industrialisierungsforschung“.106 Diese Prämissen projektiert er zurück ins 19. Jahrhundert, um durch regionale Vergleiche den „Sonderweg“ der württem- bergischen Industrialisierung erklären zu können. Vergleichende Regionalfor- schung steckt in Deutschland sowohl methodisch wie empirisch noch in den Kinderschuhen,...

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