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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Edited By Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Der Bevölkerungsgedanke im Zeitalter des Merkantilismus: Harald Michel

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655 Der Bevölkerungsgedanke im Zeitalter des Merkantilismus Harald Michel Gliederung: 0. Die Anschauungen über die Bevölkerung im Merkantilismus; 1. Die frühen Merkantilisten über die Bevölkerung; 2. Der „Dekadenzwahn“ bezüg- lich der Bevölkerung – Ursachen und Gegner; 3. Die deutschen „Populationisten“ des 18. Jahrhunderts; Literaturverzeichnis. 0. Die Anschauungen über die Bevölkerung im Merkantilismus Die Auffassungen zur Bevölkerung im Zeitalter des Merkantilismus werden wesentlich von den Ideen der Populationistik bestimmt. Kernpunkt dieser Auf- fassungen ist die Annahme, daß die ständige Vermehrung der Bevölkerung eines Landes dessen Macht und Reichtum immer weiter vergrößere. Das betrifft so- wohl den machtpolitisch-militärischen Aspekt als auch und vor allem die wirt- schaftlichen und fiskalischen Gesichtspunkte. Das Ziel der merkantilistischen Wirtschaftstätigkeit bestand darin, die Staatskassen der absoluten Herrscher zu füllen, und zwar über den Weg einer positiven Handelsbilanz. Allgemein wurde davon ausgegangen, daß wachsende Einwohnerzahlen vermehrte Produktion, Kaufkraft und Exporteinnahmen bedeuteten und daß dies zum Besten der Hof- finanzkammer („Kameralismus“) sei. Dazu bedurfte es einer großen Zahl von in Manufakturen arbeitenden Menschen, welche vor allem Exportartikel herstellten. Die Bevölkerung wurde somit zu einer „ökonomischen Größe“, erlangte als ökonomische Potenz einen zunehmenden Stellenwert. Unter dem Einfluß dieser praktischen Erfordernisse haben fast alle sich mit Bevölkerungsfragen beschäftigenden Wissenschaftler dieser Zeit, d.h. National- ökonomen und Staatswissenschaftler, gestanden. Das hatte zur Folge, daß deren Auffassungen mit der Praxis der Gesetzgebung vieler absolutistischer Monar- chen (Österreich, Brandenburg-Preußen) übereinstimmten.1 Allerdings lassen sich zumindest zwei zeitliche...

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