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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Edited By Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Zur Frage eines Agrar- oder Industriestaats in Deutschland an der Wende zum 20. Jahrhundert. Adolph Wagner und Lujo Brentano als Protagonisten: Toni Pierenkemper

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819 Zur Frage eines Agrar- oder Industriestaats in Deutschland an der Wende zum 20. Jahrhundert Adolph Wagner und Lujo Brentano als Protagonisten Toni Pierenkemper 1. Der politische Rahmen Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Deutschland eine äußerst heftige Kontoverse um die Bedeutung und Zukunftsträchtigkeit der Industrie- wirtschaft für Staat und Gesellschaft. Seit Mitte des Jahrhunderts hatte die groß- betrieblich organisierte gewerbliche Wirtschaft immer stärker an Bedeutung gewonnen und die bis dahin dominierende Landwirtschaft hinsichtlich Beschäf- tigung und Wertschöpfung immer weiter zurückgedrängt1. Dieser Entwicklungs- prozess wurde von zahlreichen konservativ orientierten Zeitgenossen als bedroh- lich empfunden, während andere, mehr zukunftsgewandte Menschen diese Ent- wicklung bereits als große Chance begriffen. Es wundert daher nicht, dass wegen der enormen politischen, sozialen und ökonomischen Konsequenzen, die mit diesem Wandel verbunden waren, zahlreiche Betroffene ihren Standpunkt vehe- ment artikulierten und zu diesen zählten natürlich auch die deutschen National- ökonomen2. Dass dieses nicht nur ein Problem der deutschen Gesellschaft war, sondern ein Elitenkonflikt aller fortgeschrittenen Länder darstellte, wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts offenbar. Die „agrarische Transition“ gewann damit eine globale Dimension.3 Die enorme Dynamisierung der Landwirtschaft mit 1 Diesen sektoralen Strukturwandel bezeichnet man im Nachhinein als Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft und er lässt sich für die deutsche Wirtschaft auch quantitativ gut belegen. Vgl. dazu Gerold Ambrosius, Agrarstaat oder Industriestaat – Industriegesellschaft oder Dienstlei- stungsgesellschaft? Zum sektoralen Strukturwandel im 20. Jahrhundert, in: Reinhard Spree (Hg.) Geschichte der deutschen...

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