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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Edited By Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Ist das Konzept des „Demographischen Übergangs“ für die Geschichtswissenschaften noch adäquat?: Andreas Weigl

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1189 Ist das Konzept des „Demographischen Übergangs“ für die Geschichtswissenschaften noch adäquat? Andreas Weigl Das Modell des „Demographischen Übergangs“ und der historisch-demographische Befund Der bedeutsame Paradigmenwechsel, der in den Geschichtswissenschaften in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, rückte in einem viel stärkeren Maß als das zuvor in der Forschung geschehen ist, Fragen der menschlichen Reprodukti- on in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses. Damit gewann auch die histo- risch-demographische Forschung an Bedeutung, ja sie begann sich bis zu einem gewissen Grad neu zu definieren. Schon die Befunde aus der traditionellen Be- völkerungsgeschichte und der klassischen soziologischen Forschung hatten kei- nen Zweifel gelassen, dass sich wesentliche demographische Parameter, wie etwa die durchschnittliche Lebenserwartung, die Säuglingssterblichkeit, wie immer definierte Fertilitätsraten oder aber auch das durchschnittliche Heiratsalter in den Industrieländern in den letzten 100 bis 150 Jahren entscheidend verändert haben. Historisch-demographische Arbeiten konnten nun – teilweise mit einem neuentwickelten methodischen Instrumentarium – manche ergänzende, aber auch korrigierende Befunde beibringen. Noch wesentlicher war jedoch ihre institutio- nelle Einbettung in die Geschichtswissenschaften, im Gegensatz zur ursprünglich nationalökonomischen Fundierung vieler älterer bevölkerungsgeschichtlicher Arbeiten.1 Studien zur Sozialgeschichte der Familie, der Medizin, des Alters, zur Umweltgeschichte, um nur einige Beispiele zu nennen, können sich mittlerweile auf in zunehmender Dichte vorliegende historisch-demographische Befunde stützen, wobei das Maß an Interdisziplinarität je nach Fragestellung natürlich erheblich differiert und im gesamten gesehen noch verbesserbar erscheint. Eine der originären Leistungen der historisch-demographischen Forschung der letzten Jahrzehnte war die Gewinnung eines...

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