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Neue Stimmen aus Österreich

11 Einblicke in die Literatur der Jahrtausendwende

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Edited By Joanna Drynda and Marta Wimmer

Dieser Sammelband ist österreichischen Autorinnen und Autoren gewidmet, die in den letzten zwei Dekaden an die Öffentlichkeit getreten sind. Ein summarischer Überblick über die thematischen und ästhetischen Schwerpunktsetzungen in der jüngsten Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Reflexion textvermittelter Befindlichkeiten zu Anfang des 21. Jahrhunderts. In den Einzelanalysen werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Werke von Michaela Falkner, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Julya Rabinowich, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib beleuchtet. Das Buch ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts, deshalb wird auch nach der Präsenz junger österreichischer AutorInnen auf dem polnischen Buchmarkt gefragt.

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Alexandra Millner (Wien). Politische Psychologie künstlerisch angewandt – Zum Werk von Michaela Falkner

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36 Alexandra Millner Alexandra Millner (Wien) Politische Psychologie künstlerisch angewandt – Zum Werk von Michaela Falkner Im Folgenden möchte ich auf ein Werk aufmerksam machen, das sich einerseits deutlich auf den österreichischen Literaturkontext bezieht, andererseits einem internationalen Trend folgt, der neue mediale Möglichkeiten für literarische Zwecke zu nutzen weiß. Michaela Falkners Literatur beschreiben heißt somit Texte als trans- und intermediales Phänomen begreifen: Mit einer Mischung aus konzeptueller und sprachkritischer Literatur sowie literarischer Performance hat Michaela Falkner sich in kurzer Zeit eine eigenständige Position innerhalb der österreichischen Gegenwartsliteratur erarbeitet. Wie im Folgenden auszuführen sein wird, führte ihr Weg dahin über drei Stationen: 1. Michaela Falkners literarischem geht ein theoretisches Schreiben über Sprache, also Sprachreflexion, voraus. 2. Sowohl ihre Poetologie als auch ihre Performancekunst müssen vor dem Hintergrund avancierter bildender Kunst mit einem ausgeprägten konzeptuellen Ansatz betrachtet werden. 3. Über die Form des literarischen Manifestes verbindet Falkner ihre Texte mit der Aktion. Mit ihrem performativen Ansatz steht sie dem Theatralischen nahe. All diese Vorläufe münden in Michaela Falkners „literarisches Agieren“ oder, wie sie selbst es nennt, in das Selbstverständnis der Autorin als „Fleisch gewordenes Wort“.83 1. Politische Psychologie Michaela Falkner promovierte in politischer Psychologie. In ihrer Dissertation über Vom Reden über … Verbale Konstrukte von Wählern zu Politikern und Parteien. Ein alternativer Ansatz zur Wählerforschung orientiert sie sich an George A. Kellys Perönlichkeitsskonstrukttheorie und alternativem Konstruktivismus. Dabei geht sie davon aus, dass „der verbale Ausdruck eine...

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