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Neue Stimmen aus Österreich

11 Einblicke in die Literatur der Jahrtausendwende

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Edited By Joanna Drynda and Marta Wimmer

Dieser Sammelband ist österreichischen Autorinnen und Autoren gewidmet, die in den letzten zwei Dekaden an die Öffentlichkeit getreten sind. Ein summarischer Überblick über die thematischen und ästhetischen Schwerpunktsetzungen in der jüngsten Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Reflexion textvermittelter Befindlichkeiten zu Anfang des 21. Jahrhunderts. In den Einzelanalysen werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Werke von Michaela Falkner, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Julya Rabinowich, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib beleuchtet. Das Buch ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts, deshalb wird auch nach der Präsenz junger österreichischer AutorInnen auf dem polnischen Buchmarkt gefragt.

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Dorota Sośnicka (Szczecin). Die Fremde, die man in sich trägt: Zum Erzählverfahren im Roman Spaltkopf von Julya Rabinowich

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78 Dorota Sośnicka Dorota Sośnicka (Szczecin) Die Fremde, die man in sich trägt: Zum Erzählverfahren im Roman Spaltkopf von Julya Rabinowich Julya Rabinowich, vielversprechende Vertreterin der jüngeren österreichischen Literatur, machte auf sich aufmerksam, als sie 2008 in der Reihe „edition exil“ ihren Debütroman Spaltkopf erscheinen ließ, der ein Jahr später mit dem Rauriser Literaturpreis für die beste deutschsprachige Prosa- Erstveröffentlichung ausgezeichnet wurde. Bald danach wurde Rabinowich im österreichischen Feuilleton als „eine neue Stimme“ gefeiert, „die aufhorchen lässt“, als eine Autorin, „die der deutschen Sprache einen erfrischend neuen Klang abgewinnt“.163 So lobte etwa Vladimier Vertlib die Sprachgewalt der Wiener Schriftstellerin, der es in ihrem Erstling ausgezeichnet gelungen ist, mit „ihrer kunstvollen Vermengung realistischer Darstellungen mit imaginierten Rückblenden“164 die innere Zerrissenheit der Romanprotagonistin in ihrer Suche nach Selbstfindung und Selbsterkenntnis glaubwürdig zu schildern. Seit diesem erfolgreichen Prosa-Debüt verfolgt man mit wachsendem Interesse die weitere literarische Entwicklung dieser deutschschreibenden Autorin, um so mehr als auch ihre Herkunft für viele Rezensenten eine wesentliche Rolle zu spielen scheint. Julya Rabinowich wurde nämlich 1970 in St. Petersburg geboren, das damals Leningrad hieß, aber im Alter von sieben Jahren – ihren eigenen Worten zufolge – „entwurzelt“ und nach Wien „umgetopft“.165 Wie sie dies später in Spaltkopf in Hinblick auf ihre Protagonistin – das kleine Mädchen Mischka – beschrieben hat, verließ sie ihre sowjetische Heimat in dem Glauben, nach Litauen in den Urlaub zu fliegen, weil bis zu der Landung in Wien...

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