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Neue Stimmen aus Österreich

11 Einblicke in die Literatur der Jahrtausendwende

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Edited By Joanna Drynda and Marta Wimmer

Dieser Sammelband ist österreichischen Autorinnen und Autoren gewidmet, die in den letzten zwei Dekaden an die Öffentlichkeit getreten sind. Ein summarischer Überblick über die thematischen und ästhetischen Schwerpunktsetzungen in der jüngsten Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Reflexion textvermittelter Befindlichkeiten zu Anfang des 21. Jahrhunderts. In den Einzelanalysen werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Werke von Michaela Falkner, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Julya Rabinowich, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib beleuchtet. Das Buch ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts, deshalb wird auch nach der Präsenz junger österreichischer AutorInnen auf dem polnischen Buchmarkt gefragt.

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Marta Wimmer (Poznań). Spielarten männlicher Interaktion. Zum Romanwerk von Clemens J. Setz

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102 Marta Wimmer Marta Wimmer (Poznań) Spielarten männlicher Interaktion. Zum Romanwerk von Clemens J. Setz „Das seltsame Verhalten der Männer. Naturgemäß bleibt es mir immer ein Rätsel.“236 Das konventionelle Muster des Familienromans scheint ausgedient zu haben, doch als literarischer Stoff ist die Familie präsent wie schon lange nicht.237 Der dreißigjährige Grazer Clemens Johann Setz „verlässt den gattungstypischen Realismus“238 und erzählt in einer virtuosen Mischung aus Satire, Groteske und Ironie, aber auch mit einer gewissen Dosis Melancholie und Traurigkeit von den unerfüllbaren Erwartungen innerhalb von Familie und Partnerschaft. Mit über- scharfer Optik und verblüffender Phantasie in seinem Ausdruck begibt sich der Autor auf das Terrain alltäglicher Skurrilitäten und beweist dabei ein überdurch- schnittlich ausgeprägtes Gespür für das „Rauf und Runter“ des Lebens. Noch während seines Studium schreibt er seinen ersten Roman Söhne und Planeten, zwei Jahre später folgt sein über 700 Seiten langer Nachfolgeroman Die Fre- quenzen, der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde und dem Autor den Bremer Literaturpreis eintrug. Bei Setz geht es aber nicht um traditionelle Fami- lienbande, sondern vielmehr um Annäherungsversuche und Abstoßungen zwi- schen Vätern und Söhnen. Setz wirft die Frage auf, „wie Männer neben Män- nern in der Gesellschaft existieren“ (SP 103f.) und skizziert dabei Porträts ge- scheiterter Vertreter des vermeintlich starken Geschlechts. Männer, die an ihren Vätern, ihren Söhnen, an den Beziehungen oder...

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