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Neue Stimmen aus Österreich

11 Einblicke in die Literatur der Jahrtausendwende

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Edited By Joanna Drynda and Marta Wimmer

Dieser Sammelband ist österreichischen Autorinnen und Autoren gewidmet, die in den letzten zwei Dekaden an die Öffentlichkeit getreten sind. Ein summarischer Überblick über die thematischen und ästhetischen Schwerpunktsetzungen in der jüngsten Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Reflexion textvermittelter Befindlichkeiten zu Anfang des 21. Jahrhunderts. In den Einzelanalysen werden aus unterschiedlichen Perspektiven die Werke von Michaela Falkner, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Julya Rabinowich, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Clemens J. Setz und Vladimir Vertlib beleuchtet. Das Buch ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts, deshalb wird auch nach der Präsenz junger österreichischer AutorInnen auf dem polnischen Buchmarkt gefragt.

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Justyna Kłopotowska (Szczecin). Weiblichkeit und Identität im Wandel. Angelika Reitzers poetische Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit

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Weiblichkeit und Identität im Wandel 111 Justyna Kłopotowska (Szczecin) Weiblichkeit und Identität im Wandel. Angelika Reitzers poetische Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit Gertrude Stein, die in der Literatur mit dem Satz „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ bekannt geworden ist, galt in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts in manchen Kreisen als Ikone des modernen Denkens. Ihr Stil war durch die Malerei geprägt: wegen des engen Kontakts zu Picasso und Matisse vor allem durch den abstrakten Kubismus, den sie in die Literatur mittels Tautologien übertragen wollte. In ihren Texten benutzte sie keine Interpunktionszeichen, ihre Gedanken reihten sich aneinander, was also dem Abstrakten in der Malerei entsprechen sollte und was ihr aus diesem Grund auch sehr gefallen hat. Sie verfasste demzufolge keine Geschichten einer konventionellen Prosa und ließ keine linearen Handlungen entstehen. John Malcolm Brinnin, der amerikanische Schriftsteller und Literaturprofessor hat dieses Phänomen bei Stein folgendermaßen zu klären versucht: Indem sie sich die Freiheit eines Malers anmaßte, tat sie, als sei die sichtbare Welt die einzige Welt, und versuchte, aus Bruchstücken und Teilen ihrer Beo- bachtung eine Komposition zu schaffen, die das mosaikartige Bild ihrer Wahr- nehmung wie auf einem Gemälde als ein geschlossenes Ganzes wiedergeben sollte.254 Der Leser wäre infolgedessen dazu animiert, die Texte selbständig zu analysieren, ohne sie früher in feste Rahmen eingesetzt zu haben. Selber hat Stein ihr Werk mit den bekanntesten Werken der literarischen Moderne verglichen, und zwar mit Ulysses...

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