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Handwörterbuch des Sportmanagements

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Edited By Thomas Bezold, Lutz Thieme, Gerhard Trosien and Ronald Wadsack

Es gibt in Deutschland eine große Zahl von Organisationen, deren zentrale Aufgabe mit dem Management von Sport verbunden ist. Dazu zählen u. a. Sportvereine, Sportverbände, Profiunternehmen, kommerzielle Sportanbieter wie Fitnessstudios oder Marketingagenturen, die sich schwerpunktmäßig der Vermarktung von Sport verschrieben haben. Das gemeinsame Thema ist, die Umfeldbedingungen sowie die Durchführung von Sportangeboten und -veranstaltungen zielführend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten. In der zweiten Auflage dieses Handwörterbuches haben Fachleute aus verschiedenen Themenbereichen des Sportmanagements mehr als 70 zentrale Begriffe aufgenommen und kompakt dargestellt. Die Stichworte der ersten Auflage wurden durchgehend überarbeitet, aktualisiert und sind um eine reichhaltige Literaturliste ergänzt, so dass Studierende und Praktiker aus einschlägigen Arbeitsbereichen hier fundierte Informationen zu dem Thema und der möglichen Vertiefung erhalten.

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Sport und Privatisierung

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Gerhard Trosien I. Begriffsbestimmung; II. Public-Private-Partnerships (PPP); III. „Zweite Privatisierung“ in Sportvereinen. I. Begriffsbestimmung Eine jüngere Entwicklung, die zunehmend auch Auswirkungen auf die Sport- entwicklungen in Deutschland nimmt, kann unter dem Stichwort „Privatisie- rung“ zusammengefasst werden. Über die Situationsbeschreibung, dass staatli- che Haushalte eine unglaubliche Schuldenbilanz aufweisen, sind insbesondere die kommunalen Entscheidungsträger dazu übergegangen, Leistungen zurückzu- führen bzw. Kosten zu reduzieren. Gravierende Beispiele sind die Privatisie- rungsprozesse, die in den neuen Bundesländern nach 1990 stattfanden, aber auch die die Deutsche Post und die Deutsche Bahn aufweisen; danach waren insbe- sondere die Energieträger in Deutschland einer „Privatisierungswelle“ unterwor- fen. Die Deutsche Post AG, die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Bahn AG gehören längst zum Wirtschaftssystem in Deutschland und werden als bör- sen-notierte Aktiengesellschaften geführt. Die Sportförderung in den früheren Staatsbetrieben hatte zu eigenständigen Sportverbänden geführt, die nach der Privatisierung aufgelöst wurden. Alle drei Marktunternehmen sind jedoch seit- her bedeutsame Sportsponsoren (Sportsponsoring). Viele kommunale Träger greifen seit geraumer Zeit ebenso zu Privatisie- rungsmaßnahmen, die auch deren Sportförderung betreffen – die ohnehin grund- sätzlich zum freiwilligen Teil des Angebotsspektrums zählt. Sowohl einzelne früher kommunal getragene und finanzierte Sportangebote als auch in kommu- nalen Strukturen ausdifferenzierte Sportverwaltungen sind vor Ort eingeschränkt worden. Damit sind sowohl „große“ (teure) Sportstätten oder Sportveranstaltun- gen gemeint als auch Sport- und Bäderämter, von denen einige sogar aufgelöst wurden. Gleichwohl erhebt so...

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