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Dolmetschmodelle – erfasst, erläutert, erweitert

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Dörte Andres, Martina Behr and Maren Dingfelder-Stone

In diesem Sammelband werden verschiedene Dolmetschprozessmodelle vorgestellt: von der kognitiven Verarbeitung des Inputs über das interaktive Zusammenspiel der Kommunikationspartner bis hin zum Rollenverständnis des Dolmetschers in seinem situativen Kontext. Diese Modelle, die in erster Linie dem Simultandolmetschen zuzuschreiben sind, werden von den AutorInnen kritisch beleuchtet und im Hinblick auf eine Übertragung auf das Konsekutivdolmetschen erweitert. Es entsteht damit ein Überblick über die Vielfältigkeit sowie die Ausbaufähigkeit vorhandener Dolmetschprozessmodelle, anhand derer auch die Komplexität des Dolmetschens an sich deutlich wird.

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Annika Selnow: Buffer full – Mentale Prozesse beim Konsekutivdolmetschen auf Basis des Flussdiagramms von David Gerver

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69 Buffer full – Mentale Prozesse beim Konsekutiv- dolmetschen auf Basis des Flussdiagramms von David Gerver Annika Selnow 1 Einleitung Der Vorgang des Simultandolmetschens ist seit Langem Gegenstand von Forschungen und Untersuchungen, die erklären sollen, wie es dem Dolmetscher gelingt, die verschiedenen Prozesse gleichzeitig zu bewältigen. Als einer der Ersten erstellte der Wissenschaftler David Gerver 1971 ein Flussdiagramm, um die komplexen Abläufe im Gehirn des Simultandolmetschers darzustellen. Da Gervers Ausgangspunkt die kognitive Psychologie ist, ist es hilfreich, zunächst einige Theorien dieser wissenschaftlichen Disziplin darzulegen. Anschließend folgt eine Einordnung von Gervers Arbeit in die Dolmetschwissenschaft, bevor sein Modell eingehend erläutert wird. Dieses dient als Basis für ein neu entwickeltes Modell, das Gervers Erkenntnisse auf den Prozess des Konsekutivdolmetschens überträgt. Hierbei wird zuerst auf den Unterschied zwischen den beiden Dolmetschmodi Konsekutiv und Simultan eingegangen, um dann drei mögliche Strategien eines Konsekutivdolmetschers aufzuzeigen. 2 Simultandolmetschen als kognitiver Prozess Zu den für das Dolmetschen relevanten Theorien der kognitiven Psychologie gehört zunächst einmal das Verstehen von Sprache als Voraussetzung für den Dolmetschprozess. Dieses lässt sich grundlegend in drei Stufen gliedern. In der ersten Phase wird die gehörte Information wahrgenommen. Anschließend erfolgt das sogenannte Parsing, d.h. die Bedeutung hinter den Wörtern wird erkannt und gespeichert. Der dritte Schritt ist die Verwendung: Der Mensch wendet die Information, die er sich erarbeitet hat, aktiv an, er beantwortet also eine Frage, stellt eine Gegenfrage oder befolgt einen Befehl. Eine zeitliche Überschneidung dieser Phasen...

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