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Dolmetschmodelle – erfasst, erläutert, erweitert

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Edited By Dörte Andres, Martina Behr and Maren Dingfelder-Stone

In diesem Sammelband werden verschiedene Dolmetschprozessmodelle vorgestellt: von der kognitiven Verarbeitung des Inputs über das interaktive Zusammenspiel der Kommunikationspartner bis hin zum Rollenverständnis des Dolmetschers in seinem situativen Kontext. Diese Modelle, die in erster Linie dem Simultandolmetschen zuzuschreiben sind, werden von den AutorInnen kritisch beleuchtet und im Hinblick auf eine Übertragung auf das Konsekutivdolmetschen erweitert. Es entsteht damit ein Überblick über die Vielfältigkeit sowie die Ausbaufähigkeit vorhandener Dolmetschprozessmodelle, anhand derer auch die Komplexität des Dolmetschens an sich deutlich wird.

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Anne Catherine Gieshoff: Assembler, Executive, Formulator – Die Relevanz von Settons Modell für das Konsekutivdolmetschen

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105 Assembler, Executive, Formulator – Die Relevanz von Settons Modell für das Konsekutivdolmetschen Anne Catherine Gieshoff 1 Einleitung Das Simultandolmetschen hat bei Psychologen, Linguisten und Dolmetschwissenschaftlern schon immer viele Fragen aufgeworfen. Wie ist gleichzeitiges Verstehen und Sprechen in zwei verschiedenen Sprachen möglich? Welche Strategien werden angewendet und warum? Welches décalage12 braucht ein Dolmetscher, um seinen Satz sinnvoll zu beginnen? Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass zahlreiche Modelle zu den Abläufen im Gehirn beim Simultandolmetschen entstanden sind. Eines der neueren Modelle stammt von Robin Setton. Er ist selbst seit 1979 als Dolmetscher tätig und beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit den kognitiven, linguistischen und kulturellen Aspekten des Konferenzdolmetschens (ISIT 2009). Die Diskussion des Settonschen Modells gliedert sich im Wesentlichen in zwei Teile. Nach einer kurzen Schilderung seiner Herangehensweise und Motivation werden zunächst die verschiedenen Komponenten seines Modells erläutert. Anschließend werden einige ausgewählte Aspekte näher betrachtet. Da Setton sein Modell nur in Bezug auf das Simultandolmetschen entworfen hat, wird im zweiten Teil geprüft, in wieweit es auf das Konsekutivdolmetschen übertragen werden kann. Nach einigen Vorüberlegungen wird schließlich ein entsprechendes Modell erarbeitet. 2 Grundannahmen und Aufbau Mit seinem Modell zum Simultandolmetschen hat Robin Setton den Ver- such unternommen, neuere Erkenntnisse aus benachbarten Disziplinen wie der Linguistik, der Psychologie und den Kognitionswissenschaften in eine Modellierung zu integrieren und somit die Kluft zwischen dem Ansatz der interpretive theory (IT), die das Dolmetschen als spontane Produktion und mangelnde Sprachkompetenz als...

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