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Dolmetschmodelle – erfasst, erläutert, erweitert

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Dörte Andres, Martina Behr and Maren Dingfelder-Stone

In diesem Sammelband werden verschiedene Dolmetschprozessmodelle vorgestellt: von der kognitiven Verarbeitung des Inputs über das interaktive Zusammenspiel der Kommunikationspartner bis hin zum Rollenverständnis des Dolmetschers in seinem situativen Kontext. Diese Modelle, die in erster Linie dem Simultandolmetschen zuzuschreiben sind, werden von den AutorInnen kritisch beleuchtet und im Hinblick auf eine Übertragung auf das Konsekutivdolmetschen erweitert. Es entsteht damit ein Überblick über die Vielfältigkeit sowie die Ausbaufähigkeit vorhandener Dolmetschprozessmodelle, anhand derer auch die Komplexität des Dolmetschens an sich deutlich wird.

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Kristina Werner: Dolmetschen als Kommunikation – Situationstypologie und Texttypologie als Einflussfaktoren

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153 Dolmetschen als Kommunikation – Situations- typologie und Texttypologie als Einflussfaktoren Kristina Werner 1 Einleitung The tendency to categorize is innate in man and essential to all scientific develop- ment, and to be able to categorize we need concepts. […] Another kind of categori- zation is the typology, or system of box-like compartments, […] each of these being clear-cut and sharply delimited from the others. (Snell-Hornby 1995: 26) Dieses Zitat verdeutlicht, warum in der Translationswissenschaft Versuche unternommen werden, Ausgangstexte anhand bestimmter Merkmale zu klassifizieren. Dies gilt mit anderen Zielsetzungen auch für die Dolmetschwissenschaft, die eigene Situations- und Texttypologien entwickelt hat, denn ein Dolmetscher ist je nach Situation mit völlig unterschiedlichen Anforderungen konfrontiert. Typologien von Kommunikationssituationen dienen vor allem dazu, das Bewusstsein bei praktizierenden Dolmetschern und Studierenden für Einflussfaktoren zu schärfen, die im Berufsalltag leicht vergessen werden und in der Lehre nicht alle abgedeckt werden können. Es ist in der Praxis sicherlich nicht möglich, alle Einflussfaktoren zu gleichen Teilen bewusst bei der Arbeit zu berücksichtigen. Der Dolmetscher muss diese Faktoren je nach seinen eigenen Bedürfnissen gewichten. Eine Kategorisierung von Situationen und Texten kann somit eine wertvolle Orientierungshilfe sein. Bei der Frage, welche Dolmetschsituationen und Ausgangsdiskurse anhand welcher Merkmale unterschieden werden können, stehen äußere Faktoren im Vordergrund. So spielen zum Beispiel bei einem wissenschaftlichen Vortrag auf einer Fachkonferenz andere Aspekte eine Rolle als bei einem bilateralen Dolmetscheinsatz. Zur Verdeutlichung der einzelnen Typologieansätze und im Hinblick auf die Entwicklung eines eigenen Modells sollen zunächst...

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