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Dolmetschmodelle – erfasst, erläutert, erweitert

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Edited By Dörte Andres, Martina Behr and Maren Dingfelder-Stone

In diesem Sammelband werden verschiedene Dolmetschprozessmodelle vorgestellt: von der kognitiven Verarbeitung des Inputs über das interaktive Zusammenspiel der Kommunikationspartner bis hin zum Rollenverständnis des Dolmetschers in seinem situativen Kontext. Diese Modelle, die in erster Linie dem Simultandolmetschen zuzuschreiben sind, werden von den AutorInnen kritisch beleuchtet und im Hinblick auf eine Übertragung auf das Konsekutivdolmetschen erweitert. Es entsteht damit ein Überblick über die Vielfältigkeit sowie die Ausbaufähigkeit vorhandener Dolmetschprozessmodelle, anhand derer auch die Komplexität des Dolmetschens an sich deutlich wird.

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Michaela Eisele: Dolmetschen als Interaktion – eine systemische Modellierung nach Salevsky

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189 Dolmetschen als Interaktion – eine systemische Modellierung nach Salevsky Michaela Eisele 1 Einleitung If a single flap of a butterfly’s wings can be instrumental in generating a tornado, so also can all the previous and subsequent flaps of its wings, as can the flaps of mil- lions of other butterflies, not to mention the activities of innumerable more powerful creatures, including our own species. (Lorenz 1972) Wenn man dem von Edward N. Lorenz beschriebenen Schmetterlings- effekt aus der Chaosforschung glaubt, stehen verschiedenste Faktoren miteinander in Verbindung, ohne dass diese Interdependenzen auf den ersten Blick zu vermuten wären. In komplexen Systemen wirkt eine Vielzahl unterschiedlichster Variablen und Einflussgrößen zusammen. So auch beim Dolmetschen: Dolmetschen als komplexer Prozess – diese Problematik beschäftigt die Translationswissenschaftlerin1 und ehema- Publige Konferenzdolmetscherin Heidemarie Salevsky schon sehr lange. Sie verfasste zahlreiche translationswissenschaftliche Artikel und Bücher, die dieses Thema behandeln (vgl. Salevsky 2010). Die Idee der Translation als simples Kodieren bzw. Dekodieren von einer Sprache in die andere ist längst überholt. Trotzdem wird die Komplexität des Translationsprozesses häufig unterschätzt. Salevsky hat früh erkannt, dass es sich beim Übersetzen und insbesondere beim Dolmetschen in der Tat um ein sehr komplexes Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren handelt, die beträchtlichen Einfluss auf den Dolmetscher und dessen Handeln ausüben. Während andere damit beschäftigt waren, die Prozesse zu verstehen, die sich im Gehirn eines Dolmetschers abspielen, ging Salevsky einen Schritt weiter und versuchte, die externen Einflüsse, die auf den Dolmetscher einwirken,...

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