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Franz Xaver Kraus (1840-1901)

Ein Leben zwischen Wissenschaft und kirchlichem Lehramt

Sonja Tophofen

Im Ringen um den Platz der Wissenschaft innerhalb der kirchlichen Lehre und eine liberale Position der Lehrenden überhaupt verkörpert F. X. Kraus ein Exempel für die Ränkespiele im 19. Jahrhundert. Er besticht dabei mit seinen kritischen Positionen in den wogenden Konflikten zwischen Syllabus errorum und Erstem Vatikanum und erweist sich seinem Umfeld mitunter als weit voraus. Die Arbeit wirft erstmals ein Licht auf seine frühen Schaffensperioden, insbesondere die ihn prägende Zeit als Frühmesser mit ihren herausragenden wissenschaftlichen Publikationen. Auf der Basis bislang zum Teil nicht gesichteter und unveröffentlichter Archivalien seines Nachlasses werden seine Standpunkte und seine Persönlichkeit herausgearbeitet, welche die Konflikte anschaulich nachempfinden lassen.

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PER ASPERA AD …

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„Meine Beschäftigung bestand seit sechs Wochen namentlich in Ausarbeitung meiner Dissertation für den Doktorgrad. Heute endlich habe ich dieselbe nebst den erforderlichen Papieren […] übersandt.“1 Ganz so schnell und einfach gestaltete sich das Verfassen der hier vorliegenden Dissertation leider nicht. Nach meinem Studium der Katholischen Theologie und Geschichte fiel es mir schwer, mich gegen ein Stipendium und für den Schuldienst an einem Gymnasium zu entscheiden. Während meines vielfältigen beruflichen Alltags musste ich mir immer wieder den Zeitraum und die nötige Ruhe für das Verfassen dieser Promotion erkämpfen. Als Triebfeder erwiesen sich meine ungebrochene Freude am wissenschaftlichen Arbeiten und mein Wissensdurst. Rückblickend lässt sich festhalten, dass ich niemals wie Franz Xaver Kraus sagen konnte: „So habe ich denn seit einigen Tagen meine Arbeit für die Promotion begonnen, und ich hoffe, in vier Wochen dieselbe beendet zu haben.“2 Im Angesichte von Höhen und Tiefen aufgrund der Arbeitsbelastung sollten sich meine Geduld und Beharrlichkeit jedoch auszeichnen. Ich erinnere mich gerne zurück an die Reisen zu verschiedenen Archiven und an den Austausch mit den Leuten vor Ort sowie vor allem an das Lesen der meist nicht katalogisierten Akten. Ein Teil der Früchte dieser Arbeit kam auch meinen Oberstufenschülern zugute. Bei aller Freude an der Auseinandersetzung galt es jedoch, die begonnene Arbeit zu beenden. Über alle Zweifel hinweg, die den Forschenden stets bei der Abfassung eines Buches begleiten, triumphierte schlussendlich meine Gewissheit, sich davon nun trennen zu können....

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