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Franz Xaver Kraus (1840-1901)

Ein Leben zwischen Wissenschaft und kirchlichem Lehramt

Sonja Tophofen

Im Ringen um den Platz der Wissenschaft innerhalb der kirchlichen Lehre und eine liberale Position der Lehrenden überhaupt verkörpert F. X. Kraus ein Exempel für die Ränkespiele im 19. Jahrhundert. Er besticht dabei mit seinen kritischen Positionen in den wogenden Konflikten zwischen Syllabus errorum und Erstem Vatikanum und erweist sich seinem Umfeld mitunter als weit voraus. Die Arbeit wirft erstmals ein Licht auf seine frühen Schaffensperioden, insbesondere die ihn prägende Zeit als Frühmesser mit ihren herausragenden wissenschaftlichen Publikationen. Auf der Basis bislang zum Teil nicht gesichteter und unveröffentlichter Archivalien seines Nachlasses werden seine Standpunkte und seine Persönlichkeit herausgearbeitet, welche die Konflikte anschaulich nachempfinden lassen.

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2 QUELLENLAGE — REZEPTION — FORSCHUNGSSTAND

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2.1 Zur Quellenlage Die vorliegende Arbeit basiert hauptsächlich auf dem Quellenstudium des Nachlasses von Franz Xaver Kraus in der Trierer Stadtbibliothek. Des Weiteren wurden der Nachlass Kraus’ im Universitätsarchiv der Stadt Freiburg gesichtet sowie Einblick in seine Personalakten genommen, welche sich im Generallandesarchiv in Karlsruhe befinden. Archivalien des Bistumsarchivs in Trier gaben Aufschluss über das heimatliche Umfeld von Kraus. Der sich in der Abtei St. Matthias in Trier befindliche Nachlass von dem Kraus-Kenner und Direktor der Stadtbibliothek Hubert Schiel1 war insofern hilfreich, als er zahlreiche Abschriften von verstreuten Krausbriefen enthält. Der Schwerpunkt der Quellenarbeit wurde in allen Archiven auf Kraus’ erste bedeutende Schaffensperiode, nämlich seine Zeit von 1865 bis 1872 als Frühmesser in Pfalzel, gerichtet. In seinem Testament vom 27. September 1900 hatte Kraus festgelegt: „Meine Tagebücher, Briefe und andere Manuskripte sollen in feste Truhen verschlossen der Stadt Trier zur Aufbewahrung in ihrem Archiv oder in der Stadtbibliothek […] übergeben werden, mit der Bedingung, daß sie vor fünfzig Jahren nach meinem Tode nicht eröffnet werden, auch nicht von Beamten der betr[effenden] Anstalt.“2 Als Weiteres sollten seine Sammlung an Kunstgegenständen, große Teile seiner Bibliothek, insbesondere die Dantebibliothek, Literatur über Trier und die Provinzialgeschichte sowie die dazugehörigen Urkunden an die Stadtbibliothek seiner Heimatstadt gehen.3 Gemäß der testamentarisch verfügten Sperrung des privaten Nachlasses wurden die Siegel bestimmungsgemäß nach seinem 50. Todestag, am 28. Dezember 1951, unter Zeugen aus Trier und Freiburg am Sonntagnachmittag des 30. Dezember 1951 durch den Trierer...

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