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Zum Schwund der lexikalischen Entlehnungen aus dem Deutschen in den Mundarten der polnischen Großstädte im ehemals deutsch-polnischen Grenzgebiet

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Hanna Biadun-Grabarek

Das Ziel der Analyse war die Erforschung des Schwundes der lexikalischen Entlehnungen aus dem Deutschen in den Mundarten der polnischen Großstädte im ehemals deutsch-polnischen Grenzgebiet in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hierzu wurden die Einwohner der Städte Posen, Bromberg, Thorn und Danzig befragt, die zu der autochthonen Bevölkerung gehören. Die Befragten wurden in drei Altersgruppen eingeteilt: die Generation der Großeltern (im Alter von über 65 Jahren), die Generation der Eltern (im Alter von 35-45 Jahren) sowie die Generation der Enkel bzw. der Kinder (im Alter von 15-20 Jahren). In den Fragebögen mit jeweils 50 stadtspezifischen Lexemen wurde nach der Kenntnis und nach dem Gebrauch dieser Lexeme gefragt. Es ergab sich, dass der Schwund der lexikalischen Entlehnungen aus dem Deutschen das Ergebnis des Untergangs der polnischen Mundarten ist. Mit diesen Mundarten schwand auch die mundartlich gebrauchte Lexik deutscher Herkunft, die die jüngste Generation deshalb bei Weitem nicht so gut beherrscht wie die älteste. Außerdem fehlt der alltägliche Kontakt mit den deutschen Nachbarn.

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1 Zur Sprachschichtung

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Peter Wiesinger (1988: 18 f.) unterscheidet für das Deutsche in Österreich, eig- entlich für den Sprachgebrauch im niederösterreichischen Weinviertel vier Sprachschichten: den Basisdialekt, den Verkehrsdialekt, die Umgangssprache und die Standardsprache. Andere Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von Sprachvarietäten, die auch Lekte genannt werden. Es wird primär zwischen der kodifizierten Standardsprache und den nicht oder nur teilweise kodifizierten Lekten (Mund- art/Dialekt, Regionalsprache, Umgangssprache) unterschieden. Meistens werden primär drei grundlegende Sprachschichten unterschieden: - der Dialekt/die Mundart; - die Umgangssprache; - die Standardsprache (engl. standard language), die auch andere Namen trägt - Hochsprache/Hochdeutsch, Schriftsprache, Literatursprache (franz. langue littéraire, russ. literaturnyj jazyk, poln. język literacki). Die beiden ersten Gruppen werden weiter subklassifiziert. Beim Dialekt wird meist zwischen zwei Grundarten unterschieden: dem Basisdialekt und dem Ver- kehrsdialekt, die entsprechend auch Basislekt und Mesolekt genannt werden (vgl. Bickerton 1975). Als Basis(dia)lekt wird eine in sprachhistorischer Hinsicht konservative und von der Standardsprache am meisten abweichende, kleinräumig gebrauchte, d.h. diatopisch (vgl. Coseriu 2007: 24 und 1988: 281) fundierte Varietät verstanden. Diese Varietät wird auch von den Sprechern der Standardsprache nur schwer verstanden. Es ist in der Regel eine von Dorfbewohnern in einem nicht großen Raum gebrauchte gesprochene Mundart (vgl. Wiesinger 1988: 19). In vielen Ländern (z.B. in Polen) ist es eine Sprache mit dem kleinsten Prestige und mit dem größten Stigma. Im Gegensatz zum Basisdialekt ist der Verkehrsdialekt (Mesolekt) eine diatopisch bestimmte Varietät, die in einem größeren Raum als...

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