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Open Access im Wissenschaftsbereich

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Michael Link

Angesichts der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den letzten Jahrzehnten gewinnt die Erstellung, Verarbeitung und Speicherung von elektronischen Informationen zunehmend an Relevanz. Aufgrund von Privatisierung und Kommerzialisierung des Gutes Information besteht aber die Gefahr einer asymmetrischen Informations- und Wissenslage der Gesellschaft. Als Lösung dieser Wissenskluft wird der allgemeine freie Zugang – Open Access – zu Wissen diskutiert. Konkret ist Open Access eine Bewegung, die einen unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen für jeden Interessierten ohne softwaretechnische Zugangshürden fordert. Der Autor beschreibt den historischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Open-Access-Bewegung, zeigt die bisherigen Meilensteine von Open Access auf und untersucht Vor- und Nachteile. Er stellt zudem die aktuellen de lege ferenda-Vorschläge – eine Zwangslizenz, eine Anbietungspflicht (§ 43 Abs. 2 UrhG-E), ein Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 1 Satz 3 UrhG-E) und eine Schrankenregelung (§ 52c UrhG-E) – vor und unterzieht diese Regelungen einer rechtlichen Prüfung. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich das Zweitveröffentlichungsrecht eines Urhebers verfassungskonform ist.

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1. Kapitel: Einleitung

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17 1. Kapitel: Einleitung A. Einführung Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den letzten Jahrzehnten verursachte einen umfassenden wirtschaftlichen und gesell- schaftlichen Wandel, der einen noch nie da gewesenen Umgang mit den Res- sourcen „Information“ und „Wissen“ ermöglicht. Diese massenhafte Verbreitung von Inhalten mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien ist das, was man unter einer Informationsgesellschaft versteht.1 Statt der Arbeit mit konventionellen Papierunterlagen gewinnt die Erstellung, Verarbeitung und Speicherung von elektronischen Informationen zunehmend an Relevanz. Dieser epochale Wandel wird oft als „Zweite Industrielle Revolution“ cha- rakterisiert, um die fundamentale Bedeutung für unsere Informations- und Wis- sensgesellschaft hervorzuheben.2 Schlüsselbegriff der Informationsgesellschaft ist der Zugang (engl. Access) zu digitalisiertem Wissen. Wegen der zunehmen- den Privatisierung und Kommerzialisierung des Gutes „Information“ besteht aber die Gefahr einer asymmetrischen Informations- und Wissenslage der Ge- sellschaft.3 Als Lösung dieser Wissenskluft wird der allgemeine freie Zugang (engl. Open Access) zu Wissen diskutiert. B. Gegenstand der Untersuchung Gegenstand dieser Dissertation ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Open-Access-Bewegung, insbesondere dem urheberrechtlichen Hintergrund und die verfassungsrechtliche Untersuchung der Vorschläge de lege ferenda zur Implementierung des Open-Access-Gedankens im Urhebergesetz. 1 Wandtke, Medien im technologischen Zeitalter in: Medienrecht, 1.1. Rn. 84 2 Bericht der Bundesregierung Info 2000 – Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft, BTDrucks 13/4000, S. 15; Sieber, Informationsrecht und Recht der Informationstechnik – Die Konstituierung eines Rechtsgebietes in Gegenstand, Grundfragen und Zielen, NJW 1989, 2569, 2570 3 Schoch, Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung, VVDStRL Bd. 57 (1998), 158, 180 18 In letzter Zeit ist der Fokus der Gesellschaft...

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