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Open Access im Wissenschaftsbereich

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Michael Link

Angesichts der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den letzten Jahrzehnten gewinnt die Erstellung, Verarbeitung und Speicherung von elektronischen Informationen zunehmend an Relevanz. Aufgrund von Privatisierung und Kommerzialisierung des Gutes Information besteht aber die Gefahr einer asymmetrischen Informations- und Wissenslage der Gesellschaft. Als Lösung dieser Wissenskluft wird der allgemeine freie Zugang – Open Access – zu Wissen diskutiert. Konkret ist Open Access eine Bewegung, die einen unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen für jeden Interessierten ohne softwaretechnische Zugangshürden fordert. Der Autor beschreibt den historischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Open-Access-Bewegung, zeigt die bisherigen Meilensteine von Open Access auf und untersucht Vor- und Nachteile. Er stellt zudem die aktuellen de lege ferenda-Vorschläge – eine Zwangslizenz, eine Anbietungspflicht (§ 43 Abs. 2 UrhG-E), ein Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 1 Satz 3 UrhG-E) und eine Schrankenregelung (§ 52c UrhG-E) – vor und unterzieht diese Regelungen einer rechtlichen Prüfung. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich das Zweitveröffentlichungsrecht eines Urhebers verfassungskonform ist.

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2. Kapitel: Grundlagen des Open Access

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21 2. Kapitel: Grundlagen des Open Access A. Hintergrund der Open-Access-Bewegung Seit Mitte der 90iger Jahre des 20. Jahrhunderts belasten massive Preissteigerun- gen für wissenschaftliche Zeitschriften, vor allem in den Naturwissenschaften, der Technik und der Medizin (sog. STM-Bereich: Science-Technology-Medici- ne), die Haushalte der Universitäten. Eine Vielzahl von Hochschulen muss einen erheblichen Anteil ihres Budgets für Literaturneuanschaffungen bzw. für die Aufrechterhaltung des (Wissens-)Bestandes aufwenden. Die Kosten für wissen- schaftliche Zeitschriften sind etwa bei der Universität Regensburg in der Zeit von 1995 bis 2003 von EUR 1,25 Millionen auf EUR 2,35 Millionen gestiegen, obwohl in dieser Zeit der Betrag entsprechend dem Verbraucherpreisindex le- diglich von EUR 1,25 Millionen auf EUR 1,40 Millionen hätte anwachsen „dür- fen“.13 Gleichzeitig steigen die Etats der betroffenen Hochschulen nicht in glei- chem Maße an, da aufgrund staatlicher Sparzwänge nicht ausreichend Kapital von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden kann.14 Den öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen verbleibt nur wenig Spielraum, um diesen finanziellen Engpass auszugleichen, da beispielsweise weder Mietkosten für La- bore und Büros gesenkt noch öffentlich-rechtliche Anstellungsverhältnisse ein- fach gelöst werden können. Lediglich die Beschaffungskosten, namentlich die Anschaffungskosten für Informationen, können gesenkt werden.15 Dies führt da- zu, dass Universitätsbibliotheken u.a. wissenschaftliche Zeitschriftenabonne- ments kündigen (müssen). Aufgrund dieser Kündigungen senken Verlage die Stückzahlen der entsprechenden Zeitschriften, so dass weitere Preiserhöhungen die Folge sind. Als Reaktion folgen weitere Abbestellungen...

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