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Der Computerbetrug und verwandte Delikte im modernen Rechtsverkehr

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Astrid Pütz

Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des § 263a StGB auf Fallgestaltungen des modernen Überweisungs- und Zahlungskartenverkehrs, nämlich der Online-Überweisung, des elektronischen Lastschriftverfahrens sowie des Zahlungskartengebrauchs im Internet. Hierbei werden auch Auswirkungen auf verwandte Strafrechtsnormen, wie den Scheckkartenmissbrauch gemäß § 266b StGB, erörtert. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist die Prüfung der Strafbarkeit des Phishings, Pharmings und Keyloggings. Untersucht werden im Wesentlichen die Straftatbestände der §§ 202a ff, 263a Abs. 3 StGB. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach dem Aufzeigen der Strafbarkeitslücken durch Formulierung eigener Gesetzgebungsvorschläge zum Zahlungskartenmissbrauch als auch zum Keylogging zusammengefasst.

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1 Kapitel 1 - Technische und zivilrechtliche Grundlagen

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1.1 Technische Grundlagen und Verfahrensweisen Für die Beurteilung der Manipulationen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie des Vertragsabschlusses im Internet sind zunächst der Ablauf der einzelnen bar- geldlosen Zahlungsverkehrssysteme darzustellen sowie die technischen Verfah- rensweisen zu erläutern. Es werden im Folgenden sowohl weit verbreitete Zah- lungsverkehrssysteme, die für die strafrechtliche Diskussion interessant sind, als auch weniger weit verbreitete Systeme dargestellt, die bislang keine bzw. kaum wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben. Elektronische Zahlungsverkehrssysteme und die Nutzung des Internets zur Anbahnung und Abwicklung von Verträgen basieren auf verschiedenen Siche- rungsmechanismen, die zur Akzeptanz des internetbasierten, technischen Ver- fahrens in der Bevölkerung führen. Ohne Sicherungsmechanismus werden elekt- ronische Zahlungssysteme von einem breiten Nutzerkreis nicht akzeptiert. Zur Sicherung werden häufig folgende Verfahren, variierend für das einzelne Zah- lungsverkehrssystem oder die Durchführung des Vertrages im Internet, einge- setzt: • Verwendung kryptographisch gesicherter Zertifikate zur Identifikation des Zahlenden, • Einsatz erkennbar zertifizierter Endgeräte, • Verwendung von Qualitätsstandards während der Entwicklung, • genormte Schnittstellen für die Integration von Kryptofunktionen, • keine Speicherung personenbezogener Daten, • Verwendung von Pseudonymen zur Kontoführung, • Backup-Konzepte bei Verlust.22 Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs befindet sich seit 1960 in einem Au- tomatisierungsprozess, der sich in verschiedene Abschnitte einteilen lässt. Zunächst wurde die Informationserfassung aus den Belegen automatisiert, indem ein einheitliches Bankleitzahlsystem geschaffen und einheitliche Zah- lungsverkehrsvordrucke zur maschinellen Einlesung und Sortierung entworfen wurden.23 Diese Phase kann mit dem Jahr 1970 als beendet betrachtet werden. 22 Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Studie, S. 7, 8....

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