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Überseekauf im Agrarhandel

Die Kontraktpraxis nach GAFTA und Einheitsbedingungen- Eine rechtsvergleichende Darstellung

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Tristan Wegner

Die Abhandlung befasst sich mit der Vertragspraxis im (inter-)nationalen Getreide- und Futtermittelhandel. Sie behandelt dabei auch einen Schnittstellenbereich zwischen Seerecht und Handelsrecht – den Überseekaufvertrag. Die Arbeit beleuchtet die englischen Verträge der GAFTA, die auch von Deutschland aus im internationalen Handel mit Agrarrohstoffen eingesetzt werden. Die Bestimmungen der GAFTA-Verträge werden detailliert kommentiert und mit der deutschen Vertragspraxis verglichen. Dazu werden die im innerdeutschen Handel vorherrschenden «Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel» herangezogen und erläutert. Die Ausarbeitung schließt damit eine Lücke in der deutschen Literatur. Weder die Verträge der GAFTA noch die Einheitsbedingungen wurden bislang hinreichend behandelt.

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2 Der Überseehandel und seine Erscheinungen im Getreide- und Futtermittelhandel

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2.1 Der Überseekaufvertrag Der Überseekauf22 ist juristisch gesehen ein normaler Kaufvertrag, der lediglich rechtlich und wirtschaftlich im Zusammenhang mit dem Transport über See steht.23 Er unterliegt grundsätzlich dem Recht der nach dem internationalen Pri- vatrecht determinierten nationalen Rechtsordnung.24 In der Praxis liegen jedoch meist umfangreiche Verträge der Parteien vor, die nicht nur eine Rechtswahl- und Gerichtsstandsvereinbarung enthalten, sondern auch das dispositive Recht durch zahlreiche Einzelabsprachen modifizieren. Wegen der Besonderheit, dass beide Parteien in weit voneinander entfernten Ländern ansässig sind, kommt es bei der Abwicklung zu einer Vielzahl fakti- scher und juristischer Probleme, auf die die Parteien mit ihren Verträgen reagie- ren müssen. 2.1.1 Faktische Probleme im Überseehandel In der Regel verschifft der Verkäufer die Ware von einem Hafen, in dem der Käufer nicht persönlich anwesend ist und daher weder direkten Einfluss noch Kontrolle ausüben kann, ob auch kontraktliche Ware eingeladen wurde. Erst einmal verschifft befinden die Güter sich längere Zeit in der Obhut des Reeders. Das erfordert es, den Eigentumsübergang besonders auszugestalten. Da die Wa- re während dieser Zeit nicht übergeben werden kann, wird sie durch ein Kon- nossement repräsentiert. Das Konnossement wird vom Verfrachter ausgestellt und anschließend dem Ablader übergeben.25 Bei diesem handelt es sich um ein Wertpapier mit Traditionsfunktion. Durch dessen Übertragung wird die Überga- be der Ware ersetzt, sodass es einen derivativen Eigentumserwerb ermöglicht, auch wenn die Parteien keinen aktuellen Besitz an der noch auf dem Transport 22 Der Überseekauf...

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