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Die Sexualstraftaten im polnischen Strafkodex im Vergleich zum deutschen Strafgesetzbuch

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Monika Lipinska

Die Arbeit erläutert am Beispiel Polens und Deutschlands den Prozess der Sexualstrafrechtsumwandlung und stellt damit die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Rechtsordnungen dar. Die Autorin beschreibt die geschichtliche Entwicklung des Sexualstrafrechts in Polen und Deutschland, besonders die sozial-wirtschaftlichen Grundlagen der Reformbestrebungen. Es folgt der Rechtsvergleich der gegenwärtigen Regelungen der beiden Länder. Das traditionelle Verständnis, dass Sexualität als solche unmoralisch sei, hat in Polen noch viele Anhänger. Die Ansicht, dass der Schutz des Strafrechts nunmehr der Freiheit des Individuums im sexuellen Bereich dienen soll, ist zwar nicht neu, wird aber selten vertreten. Im Gegensatz zum polnischen Strafrecht dient das deutsche Strafrecht nicht mehr dem Schutz einer bestimmten sittlichen Sexualordnung. Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Schließung einer Forschungslücke im Rahmen des Rechtsvergleichs über polnisches und deutsches Sexualstrafrecht.

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Anhang Nr. 4

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Auszug aus dem geltenden Strafkodex von 1997 mit Änderungen, XXV. Ab- schnitt „Straftaten gegen die sexuelle Freiheit und Sittlichkeit“ 906 906 Der Abschnitt berücksichtigt die Änderungen, die mit den Gesetzesnovellen vom 18.03.2004, vom 27.07.2005, vom 24.10.2008 und vom 9.11.2009 eingeführt worden sind. 306 Monika Lipińska Art. 197 § 1. Wer mit Gewalt, durch rechtswidrige Drohung oder Arglist, eine Person zum Geschlechtsverkehr veranlasst, wird mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis zwölf Jahren bestraft. § 2. Veranlasst ein Täter in der in § 1 bezeichneten Art und Weise eine Person, sich einer anderen sexuellen Handlung zu unterwerfen oder eine solche Hand- lung auszuüben, wird er mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu acht Jah- ren bestraft. § 3. Begeht der Täter die Vergewaltigung 1) gemeinsam mit einer anderen Person, 2) an einem Minderjährigen unter 15 Jahren, 3) an einem Aszendenten, einem Deszendenten, Adoptierten, Adoptierenden, einem Bruder oder einer Schwester, wird er mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren bestraft. § 4. Handelt der Täter bei der Begehung einer der in §§ 1-3 bezeichneten Taten mit besonderer Grausamkeit, wird er mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft. Art. 198 Wer eine andere Person unter Ausnutzung ihrer Hilflosigkeit oder ihrer auf einer geistigen Behinderung oder psychischen Krankheit beruhenden Unfähigkeit, die Bedeutung ihrer Handlung zu erkennen oder ihr verhalten zu steuern, zum Ge- schlechtsverkehr veranlasst oder dazu verleitet, eine andere sexuelle Handlung zu erdulden oder eine solche Handlung auszuführen, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu acht...

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