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Esskulturen

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Edited By Werner Siebel, Hartmut Salzwedel and Ingeborg Siggelkow

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit den Essensgewohnheiten, die sich bei vielen Menschen durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert sehr verändert haben. So erweitert Susanne Finsterer den Forschungsansatz von Spiekermann, Essen kulturell zu analysieren, um Fragen nach der Qualität des Lebensmittels Wasser und des Wassers in Lebensmitteln. Wasser selbst bedarf des Schutzes gegen Risikofaktoren wie Hormone im Grundwasser aus medizinischen Abwässern, Radioaktivität, Mängel an Abwassertechnik und Hygiene. Zu Indikatoren für Ökologie und Nachhaltigkeit zählen Fische. Ernährungs-Bildung und Fair Trade nehmen an Bedeutung zu. Auf Bleibelastung in Wildfleisch verweist Anja Sorges/NABU. Das Ökodorf ZEGG in Bad Belzig stellt Cordula Andrä vor. Nahrungsmittel im Abfall kommentiert Martin Gsell. Kaffee zu rösten statt zu verbrennen empfiehlt Michaela Kühnapfel. Dagmar Werpup erinnert an alkoholfreie Speisehäuser. Zur Entwicklungsgeschichte von Kantinen schreibt Ingeborg Siggelkow. Hartmut Salzwedel betont, wie dringlich es ist, dass Ingenieure und Sozialwissenschaftler bei der Ver- und Entsorgung von Wasser kooperieren, damit Techniken und Handlungsmuster funktional bleiben.

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Anja Sorges, NABU Landesverband Berlin: Bleibelastung in Wildfleisch

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131 Anja Sorges, NABU Landesverband Berlin Bleibelastung in Wildfleisch Frisches Wildfleisch gehört zu den besonderen Genüssen, die die Küche zu bieten hat. Schließlich handelt es sich zumeist um äußerst hochwertiges Fleisch: mager, feinfaserig und ohne Hormonbehandlung oder Anabolika erzeugt. Gerade die Le- bensmittelskandale in den letzten Jahren, die vor allem Hausschwein, -rind und Ge- flügel betrafen, haben die Nachfrage nach Wildbret steigen lassen. Doch der Verzehr von Wildfleisch birgt durchaus gesundheitliche Risiken. Bei Unter- suchungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden in Wildschweinproben teils extrem hohe Bleikonzentrationen gemessen. Ur- sache: Die Verwendung bleihaltiger Munition, wie sie bei vielen Jägern immer noch im Einsatz ist. Besonders machte das hohe Risikopotential dieses Materials nach dem Auffinden diverser vergifteter Seeadler auch in der Öffentlichkeit von sich reden. Besonders in den Wintermonaten hatten diese Greifvögel vermehrt Aufbruch und Wildkadaver ge- fressen und sich an den Geschossresten vergiftet. Über lange Zeit wurde diese Wir- kung in Abrede gestellt, doch mit der zunehmenden Zahl an Untersuchungsergeb- nissen, ist es mittlerweile Konsens bei Jagdverbänden, Munitionsindustrie und Forst- ämtern, dass bleihaltige Munition gesundheitliche Risiken für Mensch und Natur birgt. Seit einigen Jahren geht nun der Umstieg auf bleifreie Alternativgeschosse für die Jagd zwar voran, führt aber durch die großenteils immer noch freiwillige Basis der Umstellung zu zeitlichen Verzögerungen. Seitens der Munitionsindustrie wurde mit der Entwicklung bleifreier Geschosstypen lange gezögert, doch mit wachsender Nachfrage stieg in den letzten Jahre die Anzahl...

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