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Jüdische Erinnerungsdiskurse in der frankophonen Migrationsliteratur Quebecs

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Yvonne Völkl

Die Studie erforscht die narrativen Verfahren zur Darstellung der Inhalte und Funktionsweisen von Erinnerung und Gedächtnis in den Werken jüdischer
Migrationsautoren innerhalb der Quebecer écritures migrantes. Das Textkorpus umfasst Romane von bereits kanonisierten Schriftstellern – Monique Bosco, Naïm Kattan, Régine Robin – sowie von weniger bekannten Autoren – Pierre Lasry, Victor Teboul, Marc-Alain Wolf. Auf der Grundlage von kultur- und
literaturwissenschaftlichen Gedächtniskonzepten wird dargelegt, welche Gedächtnisinhalte wiederholt zur Sprache kommen, wann Erinnerungsprozesse zum Vorschein treten und wie diese mit rezeptionsästhetischen Mitteln umgesetzt werden. Überdies wird auf die Rolle der franko-jüdischen Migrationsliteratur innerhalb der Quebecer Erinnerungskulturen eingegangen.

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4 Erinnerung an Kindheit und Jugend

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Kindheit und Jugend sind die prägendsten Phasen in der Heranbildung eines Menschen, da er während dieser Etappen den meisten Transformationen ausge- setzt ist.80 In der modernen Entwicklungspsychologie werden diese Lebensab- schnitte in der Regel über biologische und soziale Entwicklungen beschrieben und voneinander abgegrenzt (cf. Grob & Jaschinski 2003: 17; Kimmel & Wei- ner 1995: 3). Die Kindheit beginnt mit der Geburt, wonach sie üblicherweise in Stadien gegliedert wird (cf. Taubert & Förster 2008: 225).81 Der Übergang vom Kind zum Jugendlichen ist durch die Geschlechtsreife gekennzeichnet. Das En- de der Jugend ist bestimmt durch die Übernahme von sozialen Rollen, die z. B. mit dem Eintritt ins Berufsleben, dem Eingehen einer Partnerschaft, der Grün- dung einer Familie, dem Erreichen der Volljährigkeit etc. einhergehen (cf. Grob & Jaschinski 2003: 17; Oerter & Dreher 2002: 259): „[W]hen one is primarily involved in adult roles, is legally regarded as an adult, and is seen by oneself and by others as an adult, we would regard that person no longer an adolescent in terms of social age“ (Kimmel & Weiner 1995: 4). Beide Lebensphasen sind ge- prägt von zahlreichen physischen, psychischen und sozialen Veränderungen, die jeder Einzelne zu überwinden hat. Gleichzeitig sind sie die Basis für die Ent- wicklung der Persönlichkeitsstruktur eines Individuums und somit formgebend für seine Zukunft. Wenn Menschen älter werden und besonders wenn sie in ein höheres Alter kommen, neigen sie dazu, sich über ihre Vergangenheit verbal zu äußern. Le- benslaufstudien haben gezeigt, dass ältere...

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