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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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Einleitende Bemerkungen

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Innovation gilt seit langem als wichtiger Treiber – wenn nicht als der wichtigste Trei- ber wirtschaftlichen Wachstums (Schumpeter 1934, 1942; Solow 1956; Mansfield 1971). Fragen wie „Warum wurde Microsoft in den USA und nicht in Deutschland gegründet?“, „Warum konnten die letzten Generationen der Marken Rover oder Rolls- Royce nicht gegen die innovativen Modelle der Toyotas, Volkswagen oder die Merce- des S-Klasse bestehen?“, „Warum wurde das MP3-Format in Deutschland entwickelt, aber in den USA kommerzialisiert?“ oder „Warum kommt das i-Phone aus den USA, nicht aus Finnland oder Japan?“, sind deswegen alles andere als periphere Fragen. Es ist davon auszugehen, dass Unterschiede in den Rahmenbedingungen für Innovation, welche zwischen verschiedenen Volkswirtschaften auftreten, bei der Beantwortung dieser Fragen eine wichtige Rolle spielen. Aus diesem Grunde ist es auch keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn die Lissabonner Agenda (EU-Kommission 2000) Europa eine strukturelle Innovationsschwäche bescheinigt, oder wenn seit nun- mehr über 20 Jahren (vgl. Keck 1993; IW 2006) von einer Innovationsschwäche in Bezug auf Deutschland die Rede ist. Mit Unterschieden in den Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Handeln beein- flussen, beschäftigt sich auch die Theorie von den Varianten des Kapitalismus. Diese Theorie, deren Ursprung in der Regel auf Michel Alberts Buch Capitalisme contre Capitalisme (Albert 1991) zurückgeführt wird, beschreibt Gruppen entwickelter In- dustrieländer, die sich in ihren Rahmenbedingungen innerhalb einer Gruppe deutlich ähneln, wobei sich die Gruppen deutlich unterscheiden, als unterschiedliche Ausprä- gungen des zeitgenössischen Kapitalismus. Sie beschreibt einen Wettbewerb zwi- schen mindestens zwei Modellen...

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