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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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2. Varianten des Kapitalismus – ein empirisch belegbares Konzept?

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Das zweite Kapitel dieser Dissertation beschäftigt sich mit der empirischen Fundie- rung des Konzepts von Varianten des Kapitalismus im Allgemeinen. Diese kann als Voraussetzung für die weitere empirische Beschäftigung mit diesem Thema im Kon- text der Innovation (Kapitel 4 und 6) betrachtet werden. In Kapitel 2.1 wird die in die- ser Arbeit schwerpunktmäßig angewandte Methodik der Diskriminanzanalyse vorge- stellt. Kapitel 2.2 wendet diese an, um die Existenz von Varianten des Kapitalismus empirisch zu belegen. 2.1 Die Methodik der Diskriminanzanalyse Die in der vorliegenden Arbeit schwerpunktmäßig Verwendung findende Methodik ist die Diskriminanzanalyse. Dabei handelt es sich um ein multivariates Analyseverfahren zur Untersuchung von Gruppenunterschieden, welches auf R.A. Fisher (1936) zurück- geht. Sie eignet sich insbesondere zur Untersuchung ob, bezogen auf eine Kombination von Merkmalen, systematische Unterschiede zwi- schen Gruppen vorliegen, welche Variablen zur Unterscheidung zwischen bestimmten Gruppen besonders ge- eignet sind, wie der typische Vertreter einer Gruppe hinsichtlich bestimmter Merkmale beschaffen ist, sowie welcher Gruppe ein neues Element, dessen Gruppenzugehörigkeit bisher nicht bekannt ist, aufgrund seiner Merkmalsausprägungen zuzuordnen ist (vgl. dazu z.B. Backhaus et al., 2008: 182ff.). Die Diskriminanzanalyse ist insbesondere in den Naturwissenschaften populär, wenn es darum geht, anhand bestimmter Merkmale zwischen unterschiedlichen Spezies in der Tier- und Pflanzenwelt zu unterscheiden (vgl. Fisher, 1936; Landau/Everitt, 2004: 305ff.; Parsons/Jones, 2000). In der forensischen Medizin wird sie etwa verwendet, um anhand der Maße von Schädelfragmenten oder anderen Teilen des menschlichen Skeletts das Geschlecht eines Toten zu bestimmen (vgl. Chang et al...

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