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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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4. Diskriminanzanalyse von Patentdaten und Kanälen des Technologietransfers

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Die Theorie von den Varianten des Kapitalismus (Shonfield, 1965; Albert, 1990; Esping-Andersen, 1990; Hall/Soskice, 2001; Whitley, 1999; u.a.) teilt die entwickelten Volkswirtschaften in mehrere Gruppen (Varianten) ein, welche sich untereinander in wesentlichen Merkmalen unterscheiden, während sich die Mitglieder der einzelnen Gruppen in diesen wesentlichen Merkmalen stark ähneln. Diese Unterschiede in be- deutenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen, von der Ausgestaltung des Sozialstaats über die Arbeits- und Finanzmärkte bis hin zum Qualifikationsprofil der Bevölkerung beruhen auf tiefgreifenden institutionellen Unterschieden, welche als Verkörperung fundamentaler kultureller und gesellschaftlicher Entscheidungen aufge- fasst werden können (Hall/Soskice, 2001: 1). In vorhergegangenen Kapiteln wurde die These des Auftretens von Varianten des Ka- pitalismus mit Hilfe der Methodik der Diskriminanzanalyse empirisch geprüft. Einer Methodik, welche dem Verfasser wie keine andere geeignet scheint, das Argument der Varianten des Kapitalismus empirisch zu erfassen. Die Analysen führten zu dem Er- gebnis, dass sich tatsächlich bezogen auf zentrale Größen, welche im Wesentlichen den Bereichen Arbeitsmarkt und Sozialstaat entstammen, systematische Variationen und eine sich daraus ergebene Gruppenbildung nachweisen lassen. Inwiefern diese Gruppen als Varianten „des Kapitalismus“ zu bezeichnen sind, hängt wesentlich damit zusammen, ob auch in anderen bedeutenden Wirtschaftsbereichen eine solche Varian- tenbildung auftritt. Ansonsten wäre es sinnvoll, von Varianten des Sozialstaats oder Varianten in der Organisation der Arbeitsmärkte zu sprechen, so wie es z.B. Esping- Andersen (1990) tut. In einem der Standardwerke der „Varianten des Kapitalismus“-Literatur, Hall/Soskice (2001), wird die Aussage getroffen, Varianten des Kapitalismus unterschieden sich neben Unterschieden in...

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