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«Des Menschen Herz faßt so unendlich viel»

Das Stammbuch des Volrat Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim- Edition mit Kommentar und Einführung

Julia Bastian

Das Stammbuch des Volrat Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim (1762-1818) ist geprägt durch das literarische Interesse seines Besitzers. Während seiner Reisen durch Deutschland und die Schweiz begegnete er zahlreichen Gelehrten und Schriftstellern. Das Stammbuch dokumentiert seine Bekanntschaft mit Sophie von La Roche, Christoph Martin Wieland sowie Mitgliedern des Göttinger Hainbundes. Gleichzeitig wirft es ein Schlaglicht auf die literarische Kultur des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Diese Edition bietet eine Transkription sämtlicher Texte mit Abbildungen. Der Kommentarteil und eine literarhistorische Einführung geben umfangreiche Informationen zu den Eintragungen und ihren Verfassern.

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3. Das Stammbuch des Volrat Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim

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3.1 Kurzbiographie des Stammbuchhalters Volrat Friedrich Karl Ludwig Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim wurde am 6. Dezember 1762 in Assenheim geboren. Er war der älteste Sohn und nach dem Tod zweier jüngerer Geschwister89 das einzige Kind von Johann Ernst Karl Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim (1714-1790) und seiner zweiten Frau Amöna Charlotte Eleonora, geborene Gräfin zu Löwenstein-Wertheim- Virneburg (1743-1800). Die reichsunmittelbare Herrschaft über Rödelheim und Assenheim übernahm Graf Volrats Vater erst nach dem Tod seines älteren Bru- ders Graf Wilhelm Karl Ludwig (1699-1778), der keine männlichen Nachkom- men hinterlassen hatte.90 Über die Jugend und Erziehung des Grafen Volrat sind nur wenige Details bekannt. Unterrichtet wurde er bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr durch den Hofmeister und späteren Hof- und Konsistorialrat Johann Hartmann Walther.91 In dem handschriftlichen Fragment ‚Skizzen einer Geschichte meines Selbst’s’ beschreibt er nicht nur die Charakterzüge seiner Eltern und seines Erziehers, sondern nennt im Zusammenhang mit den Verhältnissen, in denen er sich sieht, auch einige Schwerpunkte seines Unterrichts: „Mein Vater ist natürlich gut, nicht stark in Wissenschaften, und nach dem ehmali- gen Vorurteil, stolz auf seinen Namen; sonst heftig, mitleidig, brav, alter Schnit in seinen Meinungen. Meine Mutter ist ein Weib voll Güte und Verstand, letzterer durch Leiden mancher Art gedrükt, aber auch geläutert, äußerst richtig ohne brillant zu seyn, fest bestimmt, aber nicht ueberall sie sogleich fest bestimmend. Sie hat nie in der großen Welt gelebt, und kent ihre usages nur...

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