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Transkulturelle Identität und Übersetzungsmodelle skandinavischer Literatur

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Maria Krysztofiak

Dieser Sammelband erfasst ausgewählte Aspekte der literarisch konstruierten Identität und ihrer Umsetzung in narrative Weltbilder in den Werken skandinavischer Autoren. Dabei wird das Thema auf drei Ebenen erörtert, erstens im Rahmen der nationalen Denk- und Erzählmuster, zweitens im Bereich der skandinavischen, übernationalen Erzählung über gemeinsame Geschichte und Gegenwart sowie drittens im Hinblick auf die wirkungsästhetische Kommunikation der durch Übersetzungen skandinavischer Literaturen vermittelten Weltbilder und Kulturchiffren. Die Perspektive der Übersetzung der Literatur aus dem Norden hebt folgende Aspekte der Vermittlung skandinavischer Autoren hervor: die Notwendigkeit und die Art der Wiedergabe der charakteristischen Erzählweise, die auf die altnordische Narrativik zurückblickt, die Möglichkeit der Vermittlung eines durch den individuellen Kulturcode chiffrierten Gesamtkonzepts skandinavischer Literaturen sowie die wirkungsästhetische Bedeutung der Neuübersetzungen.

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Die narrative Konstruktion einer metonymischen Identität:Inghill Johansens Prosaband Forsvinne. Thomas Seiler

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Die narrative Konstruktion einer metonymischen Identität: Inghill Johansens Prosaband Forsvinne Thomas Seiler Die norwegische Autorin Inghill Johansen1 zählt ohne Zweifel zu den eigenständigsten Schriftstellern des skandinavischen Raums. Nicht nur sind die Themen ihrer Bücher hoch originell und beim ersten Blick wenig belletristisch, sondern auch vom Format her gesehen stimmen ihre Werke wenig mit der gängigen Vorstellung überein, wie ein Buch auszusehen habe. Bente Aamotsbakken zufolge gleichen Johansens Werke äußerlich eher Kinderbüchern, Pamphleten oder Aphorismen-Sammlungen.2 Aamotsbakken sieht den Grenzen sprengenden Charakter als generelles Charakteristikum von Johansens Prosa an, die sie im Grenzbereich von Lyrik und Prosa verortet. In der Tat scheint es die Autorin geradezu darauf abgesehen zu haben, Klassifizierungen ihres Schreibens zu unterlaufen. Vier dünne Bändchen seit ihrem Debüt 1991 mit dem Roman Hjertehvitt (Herzweiss) deuten darüber hinaus darauf hin, dass man es mit einer Autorin zu tun hat, die lange an ihren Texten feilt und die sich die Komposition jedes Buches sehr genau überlegt und sich auch die dafür notwendige Zeit nimmt. Während die Texte von Johansens vorletztem Buch Klage (Klage) eine Art Stimmengeflecht ganz verschiedener, anonymer Ich-Erzähler darstellen, bestehend aus Briefen, Berichten und knappen Erzählungen, sind die Prosastücke von ihrem bislang letzten Buch, Forsvinne (Verschwinden), dadurch gekennzeichnet, dass sie aus der Perspektive bloss eines einzigen, anonymen Ich-Erzählers geschrieben sind. Ein weiterer Unterschied zeigt sich auch in der topographischen Verortung des Geschehens, das sich in Klage auf einen einzelnen Ort, den Friedhof,...

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