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Transkulturelle Identität und Übersetzungsmodelle skandinavischer Literatur

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Edited By Maria Krysztofiak

Dieser Sammelband erfasst ausgewählte Aspekte der literarisch konstruierten Identität und ihrer Umsetzung in narrative Weltbilder in den Werken skandinavischer Autoren. Dabei wird das Thema auf drei Ebenen erörtert, erstens im Rahmen der nationalen Denk- und Erzählmuster, zweitens im Bereich der skandinavischen, übernationalen Erzählung über gemeinsame Geschichte und Gegenwart sowie drittens im Hinblick auf die wirkungsästhetische Kommunikation der durch Übersetzungen skandinavischer Literaturen vermittelten Weltbilder und Kulturchiffren. Die Perspektive der Übersetzung der Literatur aus dem Norden hebt folgende Aspekte der Vermittlung skandinavischer Autoren hervor: die Notwendigkeit und die Art der Wiedergabe der charakteristischen Erzählweise, die auf die altnordische Narrativik zurückblickt, die Möglichkeit der Vermittlung eines durch den individuellen Kulturcode chiffrierten Gesamtkonzepts skandinavischer Literaturen sowie die wirkungsästhetische Bedeutung der Neuübersetzungen.

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Auf der Suche nach „wahrer“ finnischer Identität.Einige Bemerkungen zu Väinö Linnas Roman Der unbekannteSoldat. Bolesław Mrozewicz

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Auf der Suche nach „wahrer“ finnischer Identität. Einige Bemerkungen zu Väinö Linnas Roman Der unbekannte Soldat Bolesław Mrozewicz In Väinö Linnas (1920-1992) schriftstellerischem Schaffen nimmt sein Prosawerk Der unbekannte Soldat (finnisch: Tuntematon sotilas, 1954) eine Sonderstellung ein. Es ist ohne Zweifel das bekannteste und zugleich wichtigste Werk der finnischen Nachkriegsliteratur. In Deutschland wurde der finnische Roman unter dem Originaltitel erstmals 1971 im Ostberliner Verlag Volk und Welt (DDR) veröffentlicht – im Gegensatz zur westdeutschen Erstauflage des Kiepenheuer&Witsch Verlages von 1955, die als wenig gelungene Übertragung angesehen wird und einen wohl irreführenden Titel Kreuze in Karelien (moderner Kreuzzug gen Osten!)1 trägt. In Finnland hat sich das Buch bis 1990 mehr als eine halbe Million mal verkauft. Und das bedeutet, dass jeder zehnte Finne dieses Buch gekauft und es in seiner Hausbibliothek neben andere für Finnen „heilige Bücher“ wie die Bibel und das Nationalepos Kalevala aufgestellt hat. Der unbekannte Soldat ist mittlerweile das meistverkaufte Werk der finnischen schöngeistigen Literatur und V. Linna selbst gehört zu den repräsentativsten Vertretern der skandinavischen Literatur. Der Roman erschien gerade in der Zeit, als in den europäischen Literaturen – aber auch in der amerikanischen, skandinavischen und vor allem in der finnischen Literatur – darum gerungen wurde, die eigene vor kurzem noch erlebte Vergangenheit zu bewältigen, den eigenen Standpunkt zum Krieg und zu der als schmerzhaft empfundenen Nachkriegszeit zu finden.2 Die Auseinandersetzung mit dem Krieg in Finnland wagten viele Autoren, aber nur wenige Werke k...

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