Show Less

Die Neuerungen im ehelichen Güterrecht

Eine kritische Untersuchung der Rechtslage nach der Reform von 2009

Series:

Robert Bauer

Diese Arbeit untersucht die Reform des ehelichen Güterrechts von 2009. Der Verfasser widmet sich insbesondere der Frage, ob die bestehenden Schwachstellen des Güterrechts beseitigt wurden und ob durch die Reform möglicherweise neue Problembereiche geschaffen wurden. Dabei wird für jede potentielle Schwachstelle ausführlich die rechtliche Lage vor und nach der Reform beleuchtet und anhand einer Vielzahl von Beispielen die Problematik anschaulich verdeutlicht. Soweit Unstimmigkeiten der neuen Rechtslage aufgezeigt werden, erarbeitet der Verfasser Möglichkeiten zu deren Handhabung. Auch eine kurze Stellungnahme zum Deutsch-Französischen Wahlgüterstand ist in dieser Arbeit enthalten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

§ 4 Stichtage und Missbrauchsschutz

Extract

I. Die Rechtslage bis 2009 Sowohl beim Anfangs- und Endvermögen als auch beim errechneten Zugewinn handelt es sich lediglich um Rechengrößen und nicht zwangsläufig um ein ex- aktes Abbild des vorhandenen Vermögens.122 Dies wird bereits durch die Vor- schriften deutlich, welche eine Hinzurechnung von Beträgen zum Anfangs- oder Endvermögen vorschreiben, obwohl diese Beträge tatsächlich nicht, noch nicht oder nicht mehr vorhanden sind.123 Wenn somit die Handhabbarkeit und Prak- tikabilität des Güterrechts einen größeren Stellenwert als die Einzelfallgerechtig- keit einnehmen,124 so ist es nur konsequent, dass die Berechnung des Anfangs- und des Endvermögens nach § 1376 BGB zu statischen Stichtagen erfolgt. 1. Das Problem Die Ehescheidung stellt neben dem Tod eines Ehegatten den häufigsten Be- endigungsgrund der Zugewinngemeinschaft dar.125 Für diesen Fall wurde der Stichtag für die Bestimmung des Endvermögens nach § 1384 BGB aF. auf den Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags vorverlegt.126 Folglich bestimmt die Höhe des zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Vermögens die Höhe des Zugewinns. In § 1375 Abs. 2 BGB aF. waren vermögensmindernde Hand- lungen der Ehegatten aufgezählt, die dazu führten, dass dem Endvermögen eines Ehegatten bestimmte Beträge hinzugerechnet wurden, obwohl sie tatsäch- lich nicht mehr im Endvermögen vorhanden waren. Dadurch sollte verhindert 122 Vgl. Staudinger/Thiele, § 1373 Rn. 5. 123 Vgl. § 1374 Abs. 2 BGB, § 1375 Abs. 2 BGB, § 1380 BGB. 124 Vgl. BGH Urteil v. 22.12.1976 (IV ZR 11/76) FamRZ...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.