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Die Neuerungen im ehelichen Güterrecht

Eine kritische Untersuchung der Rechtslage nach der Reform von 2009

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Robert Bauer

Diese Arbeit untersucht die Reform des ehelichen Güterrechts von 2009. Der Verfasser widmet sich insbesondere der Frage, ob die bestehenden Schwachstellen des Güterrechts beseitigt wurden und ob durch die Reform möglicherweise neue Problembereiche geschaffen wurden. Dabei wird für jede potentielle Schwachstelle ausführlich die rechtliche Lage vor und nach der Reform beleuchtet und anhand einer Vielzahl von Beispielen die Problematik anschaulich verdeutlicht. Soweit Unstimmigkeiten der neuen Rechtslage aufgezeigt werden, erarbeitet der Verfasser Möglichkeiten zu deren Handhabung. Auch eine kurze Stellungnahme zum Deutsch-Französischen Wahlgüterstand ist in dieser Arbeit enthalten.

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§ 6 Unechter Zugewinn

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I. Die Rechtslage bis 2009 Bei der Bestimmung des Anfangs- und Endvermögens sowie der Errechnung des Zugewinns handelt es sich lediglich um die abstrakte Ermittlung von Ver- mögensständen, die zu bestimmten Stichtagen vorgelegen haben. Trotz der ho- hen Scheidungsrate liegt zwischen den Stichtagen zur Bestimmung des Anfangs- und des Endvermögens in der Regel eine nicht unerhebliche Zeitspanne.308 Wäh- rend dieser Zeit kann sich sowohl der Wert des Geldes als auch der Wert von bestimmten Gegenständen oder Immobilien ändern. Sollte die Berechnung des Zugewinns durch ein einfaches Subtrahieren des Anfangsvermögens vom End- vermögen erfolgen, ohne dass die veränderte Bewertungsgrundlage berücksich- tigt wird, so spiegelte der errechnete Wert nicht die tatsächliche Lage wieder.309 Bevor eine sinnvolle Berechnung beginnen kann, müssen demnach die beiden Vermögensmassen vergleichbar gemacht werden. 1. Das Problem Um das Anfangs- mit dem Endvermögen vergleichen zu können, wird der Wert beider Vermögensmassen in Geld ausgedrückt.310 Doch Geld ist kein Faktor, der über die Jahre eine absolute Vergleichbarkeit gewährleistet.311 Durch die Inflation muss ein höherer Kontostand bei Beendigung des Güterstandes nicht zwangsläufig bedeuten, dass im Vergleich zum Anfangsvermögen eine Mehrung des Vermögens eingetreten ist. Einzelne Vermögensgegenstände können auch le- diglich deshalb einen höheren Geldbetrag „Wert sein“, weil das Geld seinen Wert verloren hat und nicht deshalb, weil der Gegenstand seinen Wert erhöht hat. In diesem Fall wäre tatsächlich keine...

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