Show Less

Zur Didaktik der satzinternen Großschreibung im Deutschen für die Sekundarstufe I

Wortartbezogene Umwege und syntaktische Katalysatoren

Series:

Désirée-Kathrin Gaebert

Die Arbeit sieht in der Beschreibung der satzinternen Großschreibung im Deutschen als Substantivgroßschreibung ein Problem, welches sich bereits seit der Beschreibung in den Grammatiken ab dem 16. Jahrhundert zeigt und bis zu den Amtlichen Regelwerken (1901, 1996, 2006) fortbesteht. Dieses (fachwissenschaftliche) Beschreibungsproblem wird an die Didaktik weitergegeben. Die daraus resultierenden Fehlhypothesen der Lernenden führen zu Normverstößen, die keine linguistischen Problemfälle sind, sondern im Zentrum der satzinternen Großschreibung liegen. Daher stellt sich die Frage, inwieweit eine andere Beschreibung der satzinternen Großschreibung zu einer höheren Rechtschreibsicherheit von Lernenden führen kann. Die gegenwärtige syntaktische Beschreibung wird diesbezüglich überprüft. Hierbei zeigt sich, dass trotz der herausgestellten Forschungsdesiderata ein didaktischer Weg vorliegt, der den Kernbereich der satzinternen Großschreibung im Deutschen umfassend abdeckt.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

Jeder vierte Rechtschreibfehler betrifft die Groß- und Kleinschreibung. Zu die- sem Ergebnis kommt Menzel (1985) aufgrund der Auswertung von knapp 2000 Schüler/innen-Texten der Jahrgangstufen 2-10. Neuere Untersuchungen (z.B. Röber-Siekmeyer 1999, Fix 22004) bestätigen diese hohe Fehleranfälligkeit. Gera- de aus der Lerner/innen-Perspektive wurde und wird daher die Groß- und Klein- schreibung oft als „Hauptübel der deutschen Rechtschreibung“ (Hotzenköcherle 1955, 30) bezeichnet; der Majuskelgebrauch im Deutschen ist von Anfang an umstritten, quer zum Schreibusus wurde die Abschaffung der sogenannten Sub- stantivgroßschreibung immer wieder gefordert und „zur Hauptforderung der Reformbefürworter“ (Nerius 2000c, 38) zwischen 1901 und 1996. Im Rahmen dieser Arbeit wird diese Perspektive auf den Lerngegenstand nicht eingenom- men, da mit der Umsetzung der Reformvariante D2 (= die modifizierte Groß- schreibung) diese Diskussion (politisch) beendet wurde. Zwar sind durch die Kultusminister-Konferenz (2006) Änderungsvorschläge an dem reformierten Amtlichen Regelwerk (1996) vorgenommen worden, sie betreffen aber die grundsätzliche Entscheidung der sogenannten Substantivgroßschreibung nicht. In den nächsten Jahren ist für diesen Bereich keine neue Reformdiskussion zu er- warten, so dass für den Orthographieunterricht der Lerngegenstand feststeht. Eine lohnendere Perspektive auf die Rechtschreibunsicherheit der Schüler/innen in diesem Bereich wird von den Vertreter/innen einer syntaktischen Didaktik der satzinternen Großschreibung eingebracht: Die hohen Fehlerzahlen werden auf die wortartbezogene Sachanalyse zurückgeführt und ihr eine syntaktische entge- gengestellt (z.B. Röber-Siekmeyer 1999). Die darin enthaltene Kritik an einer wortartbezogen Beschreibung spezifiziert diese Arbeit, indem untersucht wird, welche Kodifizierungsprobleme sich daraus...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.