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Möblierte Vergangenheit, gelebte Gegenwart oder gewohnte Zukunft?

Die Bedeutung und Nutzung der Dinge des Wohnbereichs und ihr Stellenwert im individualbiographischen Lebensverlauf

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Marie-Helene Wichmann

Ist die Wohnung Zeitzeuge unserer Vergangenheit, Spiegel unserer Gegenwart oder Ausdruck unserer Ziele und Wünsche? In welchen zeithistorischen Kontext stellen Wohnende die Gestaltung ihres Lebensumfeldes? Dieser neuen, bisher vernachlässigten Perspektive wird hier in einer empirischen Untersuchung zum Wohnen interdisziplinär nachgegangen. Dabei wird das Wohnen als Gesamtphänomen gesehen und ein wegweisender Beitrag zur Wohnforschung geboten, der auch ein innovatives Untersuchungsmodell vorschlägt. Detailreich und interessant wird das Faszinosum Wohnen nicht nur über die Einrichtung, sondern auch anhand der Raumnutzung betrachtet: Hierbei spielen Aneignungsgeschichte, kulturelle, gesellschaftliche und individuelle Zeitbezüge ebenso wie das Moment der Inszenierung eine zentrale Rolle.

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Ziel der vorliegenden Arbeit war, den Zusammenhang zwischen dem individu- ellen Wohnen der Gegenwart, dessen Bezügen in die Vergangenheit und den im Wohnen als Lebenspraxis genuin implizit enthaltenen optionalen Zukunftsversi- onen und -erwartungen einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Im Zuge des- sen sollte die Frage beantwortet werden, ob die Wohnung Zeitzeuge unserer Vergangenheit, Spiegel unserer Gegenwart oder Ausdruck unserer Ziele und Wünsche ist. Um den Zukunftsbezügen im Wohnen auf die Spur zu kommen, mussten die Vorstellungen und Pläne in Beziehung gesetzt werden zur Gegen- wart und Vergangenheit. Hierzu wurde zunächst das Wohnen definiert (Kap. „Das Wohnen“, „Was ist Wohnen?“) und als Forschungsfeld in Wissenschaft und Wirtschaft (Kap. „Wohnen im Fokus von Wissenschaft und Wirtschaft“) näher betrachtet. Es stellte sich heraus, dass Wohnforschung entweder aus ob- jektorientierter oder aber nutzungsfokussierter Perspektive betrieben wird: diese Forschungsrichtungen sollten in vorliegender Arbeit, die exemplarisch das Wohnen im Wohnzimmer (Kap. „Das Wohnzimmer“) als halböffentlichem Raum untersucht, zusammengeführt werden. Dazu wurde das Wohnen unter dem Aspekt des Einrichtens und Möblierens, danach als Nutzungsverhalten anhand des aus narrativ orientierten Interviews gewonnenen Datenmaterials ausgewertet. Der besondere Fokus der vorliegenden Arbeit liegt dabei auf den Bezügen und Bedeutungen der Zeitbegriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die nach Elias (1994: 47) Symbole erlebter Zeiteinheiten darstellen. Da die Dimen- sionen Zeit und Raum nur zusammen gedacht werden können (Cassirer 1990; Elias 1994), müssen sowohl die Einrichtung des Wohnzimmers als auch die individuelle Nutzung als gebunden an den umbauten Raum...

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