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Möblierte Vergangenheit, gelebte Gegenwart oder gewohnte Zukunft?

Die Bedeutung und Nutzung der Dinge des Wohnbereichs und ihr Stellenwert im individualbiographischen Lebensverlauf

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Marie-Helene Wichmann

Ist die Wohnung Zeitzeuge unserer Vergangenheit, Spiegel unserer Gegenwart oder Ausdruck unserer Ziele und Wünsche? In welchen zeithistorischen Kontext stellen Wohnende die Gestaltung ihres Lebensumfeldes? Dieser neuen, bisher vernachlässigten Perspektive wird hier in einer empirischen Untersuchung zum Wohnen interdisziplinär nachgegangen. Dabei wird das Wohnen als Gesamtphänomen gesehen und ein wegweisender Beitrag zur Wohnforschung geboten, der auch ein innovatives Untersuchungsmodell vorschlägt. Detailreich und interessant wird das Faszinosum Wohnen nicht nur über die Einrichtung, sondern auch anhand der Raumnutzung betrachtet: Hierbei spielen Aneignungsgeschichte, kulturelle, gesellschaftliche und individuelle Zeitbezüge ebenso wie das Moment der Inszenierung eine zentrale Rolle.

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141 Anhang A: Methodische Hinweise und Anmerkungen Methodisches zur Datenerhebung Das forschungsleitende Interesse dieser Arbeit kreist um die Fragen: Wie verhält es sich mit Zukunftsvorstellungen und Plänen das Wohnen betreffend, wie kon- kret liegen diese vor und wie kommen sie zustande? (zur Operationalisierung: Anhang B) Um diesen Zukunftsbezügen im Wohnen auf die Spur zu kommen, müssen die Zukunftsvorstellungen und Pläne in Beziehung gesetzt werden zu den Zeiteinheiten Gegenwart und Vergangenheit, die bereits in den (zu kultur- wissenschaftlichen Inkunabeln gewordenen) Wohnuntersuchungen Bourdieus (1987) und Schulzes (2000) beforscht wurden. Daher ist der Gesprächsleitfaden zum individualbiographischen Wohnen gegliedert in Fragen zum jetzigen Woh- nen und zur Einrichtung im Wohnzimmer, zum Wohnen in der Herkunftsfamilie und zum Wohnwerdegang der Befragten sowie zu deren Plänen, Wünschen und Wohnidealen. Das sample der Untersuchung wurde alters- und bildungskohortenhomogen gewählt um eine gewisse Vergleichbarkeit bei einer relativ kleinen Stichprobe wie der vorliegenden zu gewährleisten: Befragt wurden weibliche Berufseinstei- ger mit Hochschulabschluss, da hier Aktualeinkommen und Aktuallebensstil von den mittelfristig und langfristig angestrebten sowie den zu prognostizieren- den zukünftigen Lebens- und Einkommenssituationen potenziell (noch) abwei- chend sind. Den Schritt der räumlichen Ablösung von der Herkunftsfamilie zur sozialräumlichen Verselbständigung 164 hat diese Kohorte bereits abgeschlossen. Zudem befindet sich diese Lebenszykluskohorte vorwiegend in der Phase des „»zwischen-familialen« Wohnens“ (Matthes 1978: 170) 165 und damit (weiterhin) in der Gründungs- und Expansionsphase des Haushalts, wie Herlyn 166 darlegt 164 Diese Phasen siedelt Matthes in der Spätphase...

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