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Rechtsetzung im Bereich der Wettbewerbsregeln der Europäischen Union und des organisierten Fußballs

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Helena Sophia Wirsing

Die Untersuchung leistet einen Beitrag zur Beantwortung der Frage, ob für sportliche Regelwerke der Fußballverbände DFB, UEFA und FIFA und unionsrechtliche Wettbewerbsregeln eine spezielle Regelung seitens der Europäischen Union möglich, sinnvoll und notwendig ist. Es werden Kriterien für die Erforderlichkeit von Sekundärrecht entwickelt, um dann die Rechtsetzungsmöglichkeiten im Konfliktbereich organisierter Fußball- und Wettbewerbsregeln zu analysieren. Die Untersuchung schlieWettbewerbsregeln zu analysieren. Die Untersuchung schließt sich der Ansicht der Kommission in ihrem «Weißbuch Sport» nicht an; denn in den wichtigen Bereichen des organisierten Profifußballs ist es erforderlich, die unionsrechtlichen Wettbewerbsregeln durch Sekundärrecht zu konkretisieren.

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Teil 1: Unionsrechtliche Wettbewerbsregeln einerseits und Sport, Sportverbände und sportliche Regelwerke andererseits

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A) Die unionsrechtlichen Wettbewerbsregeln Die unionsrechtlichen Wettbewerbsregeln finden sich in Art. 101ff. AEUV. Sie stellen für diese Untersuchung der Konfliktbewältigung zwischen dem organi- sierten Sport einerseits und den Wettbewerbsregeln andererseits die Grundlagen und den Ausgangspunkt einer jeden Überprüfung dar. Im Folgenden sollen daher ihre Entstehung, ihr Aufbau und ihre Struktur kurz erläutert werden. I. Entstehung und Entwicklung der Wettbewerbsregeln Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte der wirtschaftliche Wiederaufbau des euro- päischen Kontinents forciert werden – eine Idee, die vom damaligen französischen Außenminister Robert Schuman stammte.62 Dieser so genannte Schuman-Plan wurde von Schuman und vom ehemaligen stellvertretenden Generalsekretär des Völkerbundes, Jean Monnet, in Hinblick auf die politische Lage eines Deutsch- lands in zwei Teilen entwickelt.63 Zu diesem Zeitpunkt weitete sich zudem der Kalte Krieg zwischen der UdSSR und den USA aus.64 Durch eine Anbindung Westdeutschlands an die Staaten Westeuropas versprach man sich dauerhaften Frieden.65 Zur Überbrückung der Differenzen zwischen Frankreich und Deutsch- land, für einen effektiven Aufbau eines Wirtschaftssystems und zur Gewähr- leistung eines dauerhaften Friedens sprach sich Schuman am 9. Mai 1950 für die Zusammenführung der französisch-deutschen Kohle- und Stahlproduktion zu einem gemeinsamen Markt aus.66 Weiteren Ländern sollte die Teilnahme an einer solchen wirtschaftlichen Gemeinschaftsorganisation ermöglicht werden.67 62 Gith, Die Entstehungsgeschichte des europäischen Kartellrechts, S. 27. 63 Gith, Die Entstehungsgeschichte des europäischen Kartellrechts, S. 27; Bieber/Epiney/Haag, Die Europäische Union, § 1/Rz. 14. 64 Gith, Die Entstehungsgeschichte des europäischen Kartellrechts, S. 27. 65...

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