Show Less

Russische Rechtsgeschichte: Texte und Erläuterungen

Teil 1: Von den Anfängen bis 1612/13

Series:

Günter Baranowski

Dieser Band vermittelt eine Auswahl von Texten, die für die russische Rechtsentwicklung wesentlich sind. Auf den Fundamenten der Kirchenstatuten Vladimirs und Jaroslavs sowie der Kurzen und der Erweiterten Pravda erheben sich die Gerichtsurkunden von Pskov und Novgorod, die Gerichtsbücher ( Sudebniki) von 1497 und 1550 sowie das Kirchenrechtsbuch ( Stoglav) von 1551. Zahlreiche Normativ- und Individualakte, Herrscherverträge und -testamente, Immunitäts- und Privilegienurkunden, Gerichtsurteile, private Testamente, rechtsgeschäftliche Urkunden u.a. lassen die Vielfalt der rechtlichen Formen und Inhalte erkennen. Die weitaus meisten der 120 Texte sind erstmals in die deutsche Sprache übersetzt. Die Anmerkungen sollen es erleichtern, den Problemgehalt der Texte zu verstehen. Auf diesen Grundlagen ist es möglich, in die Eigentums- und Machtverhältnisse, in die soziale Struktur der Bevölkerung, in die zentrale und regionale Administration, in das Leben der Stadt- und Landgemeinden, in die Ehe- und Familienverhältnisse, in die Zuständigkeiten und Verfahren der weltlichen und geistlichen Gerichte und in viele andere Lebensbereiche in Russland einzudringen. Dem Band liegt eine CD mit Artikel-Kommentaren zu Kurzer Pravda, Erweiterter Pravda, Gerichtsurkunde von Pskov, Sudebnik 1497 und Sudebnik 1550 bei.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Texte aus der Herrschaftszeit des Moskauer Großfürsten Ivan III. bis zur Zeit der "Wirren" (1462-1612/13)

Extract

241 III. Texte aus der Herrschaftszeit des Moskauer Großfürsten Ivan III. bis zur Zeit der „Wirren“ (1462-1612/13) Für die russische Rechtsgeschichte setzt die Herrschaftszeit des Moskauer Großfürsten Ivan III. Va- sil’evič (1462-1505) neue Akzente. Die Ausprägung des Moskauer Staates erhält einen Höhepunkt. Die Vereinigung der russischen Länder tritt in die abschließende Phase. Zum einen verlieren die alten Teilfürstentümer innerhalb des Moskauer Großfürstentums an Bedeutung; die Teilfürsten hören auf, Herrscher im eigentlichen Sinne zu sein. Sie werden zu Grundherren im Dienste des Großfürsten. Zum anderen verschiebt Ivan III. die Außengrenzen Moskaus, indem er u.a. das Fürstentum Jaroslavl’ (1471), den Rest von Rostov (1474), das Permer Land (1475), Novgorod Velikij (1478) eingliedert. Hinzu kommt 1472 die Aufwertung der Herrschermacht durch seine Heirat Ivans III. mit Zoe Paleo- log, einer Nichte des letzten byzantinischen Kaisers, Konstantin XI. Mit der „Mütze Monomachs“ (Šapka Monomacha) werden das altrussische und das byzantinische Erbe vereint. Dazu tritt die Ver- wendung des Doppeladlers als Reichssymbol. 1480, nach dem „Gegenüberstehen an der Ugra“, be- freit sich Russland endgültig von der Oberherrschaft der Horde. 1485 fällt das Fürstentum Tver’, un- längst noch der große Konkurrent von Moskau; 1489 wird das Vjatkaer Land angeschlossen, 1494 das Fürstentum Vjaz’ma. Damit wächst die Macht des Großfürsten im Innern des Reichs, das nun aufhört, eine Gesamtheit mehr oder weniger selbstständiger F...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.