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Die Universität Berlin als Modell und seine Einflüsse in China von 1902 bis 1952

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Weihua Du

Der internationale und interkulturelle Transfer von Universitätsmodellen gehört zu den wichtigen Forschungsthemen in der Erziehungswissenschaft, wobei die historische Forschung in dem Bereich von großer Bedeutung ist. Dieses Buch analysiert den Transfer des in Berlin entwickelten Universitätsmodells nach China in der Zeit von 1902 bis 1952. Nach informativen Darstellungen der Rezeption des Modells auf medialem Weg, also der Verbreitung über chinesische Periodika, Lehrbücher und Monographien analysiert es die deutschen Einflüsse in der chinesischen Bildungsverwaltung und Bildungspolitik vor 1952. Zur Modernisierung des chinesischen Bildungssystems trugen chinesische Studierende bei, die sich nach ihrem Studium in Berlin bzw. in Deutschland im Verlauf ihrer späteren Karriere als Akteure in der chinesischen Ministerialbürokratie oder Universitätspräsidenten in ihren Reformmaßnahmen am Berliner Modell orientierten.

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5 Die Rezeption des deutschen Universitätsmodells in China

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5.1 Die Hochschulbildung in China vor 1905 5.1.1 Die traditionelle Hochschulbildung vor 1902 a. Das Guozijian-System Die Hochschulbildung im traditionellen China hatte mehrere Träger. Die Taixue (Große Kaiserliche Akademie) der Han-Dynastie (202 v. Chr.-220 n. Chr.) bis zur Sui-Dynastie und die Guozijian (Kaiserliche Akademie) von 604 bis 1905 waren zwei davon. Diese beide hatten eine Doppelfunktion: Einerseits waren sie Verwaltungsorgane des Bildungswesens im ganzen Land, andererseits waren sie auch Hochschulen.943 Es gab schon in der Sui- und Tang-Dynastie (von 581 bis 907 n. Chr.) vielseitige und systematisierte Hochschulformen. Während des Guozijian-System gab es sechs Fachschulen: Guozixue, Taixue, Simenxue, Shuxue (Schule für Kalligraphie), Suanxue (Schule für Mathematik) und Lüxue (Schule für Jura). Die drei ersten Schulen lehrten die konfuzianische Klassik. Außerdem gab es bei verschiedenen Behörden Hochschulen, die jeweils Medizin, Astronomie, Tiermedizin, Daoismus usw. erforschten und lehrten.944 In der Ming-Dynastie (1368-1644 n. Chr.) wurde, unter dem Einfluss der Kaiserlichen Beamtenprüfungen, auf die parallele Ausbildung in Klassik und auf die Fachbildung verzichtet.945 Nachdem die Mandschurei im Jahre 1644 China erobert hatte, wurde die Anzahl der Studierenden in der Guozijian auf 300 reduziert, in der Ming-Dynastie waren es einige tausend, in einigen Jahren sogar fast zehntausend (z. B. im Jahre 1422).946 Die Hauptlerninhalte waren die konfuzianistische Klassik.947 Zu dem System gehörten in der Qing-Dynastie noch die Suanxueguan 948 und Eluosi-Guan949. Daneben gab es noch die Eluosiwen-Guan (Sprachschule für Russisch, gegründet 1708, 24 Mandschuren lernten hier Russisch und Latein)950,...

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