Show Less

Der traurige Clown

Kurt Tucholskys Weg in das Schweigen

Series:

Michael Segner

Kurt Tucholsky war einer der bekanntesten und wichtigsten politischen Publizisten und Satiriker der Weimarer Republik. Seine Beiträge entlarvten die Machenschaften der konservativen preußisch-deutschen Eliten in Politik, Justiz und Militär, die mit Hartnäckigkeit daran arbeiteten, die ungeliebte Demokratie zu einer Farce werden zu lassen. Tucholsky konnte mit den Tausenden von Beiträgen, die er während der kurzen Jahre der Weimarer Zeit in den unterschiedlichsten Zeitungen veröffentlichte, jedoch nicht den Rechtsruck und schließlich das Abgleiten in die Diktatur verhindern. Desillusioniert von der Wirkungslosigkeit seines Engagements für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit verstummte der Autor und wählte schließlich, im Bewusstsein seines völligen Versagens, den Suizid. In dieser Veröffentlichung wird Tucholskys Weg in das Schweigen nachgezeichnet und den Gründen für sein Verstummen nachgegangen, welche nicht allein in dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu suchen sind.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1.Einleitung

Extract

„Sprechen – Schreiben – Schweigen“1 Kurt Tucholsky starb am 21. Dezember 1935 in einem Krankenhaus in Göteborg an den Folgen einer Schlafmittelvergiftung. Er war einer der bekanntesten und wichtigsten politischen Publizisten und Satiriker der Weimarer Republik, und er war ein Chronist seiner Zeit. Er schrieb Unmengen: Artikel, Essays, Gedichte, Reportagen, Romane und sogar Chansons. Seine Artikel und Beiträge für die führenden Publikationsmedien der Weimarer Zeit waren wegweisend. Der Schriftsteller analysierte die politische und soziale Situation in Deutschland zwi- schen den Weltkriegen mit überragender Klarheit und Schärfe. In seinen Beiträ- gen entlarvte er das hinter der Fassade einer Republik weiterhin wirkende Sys- tem der konservativen preußisch-deutschen Eliten in Politik, Justiz und Militär, die mit verbissener Hartnäckigkeit daran arbeiteten, die ungeliebte Demokratie zu einer Farce werden zu lassen. Er konnte jedoch mit den Hunderten von Bei- trägen, die er während dieser kurzen Jahre der Weimarer Republik in den unter- schiedlichsten Zeitungen veröffentlichte, nicht den Rechtsruck und schließlich das Abgleiten in die Diktatur verhindern. Desillusioniert von der Wirkungslo- sigkeit seines Kampfes für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit ver- ließ er Deutschland bereits Jahre vor der Machtübernahme durch die National- sozialisten. Im schwedischen Exil verstummte der aufrechte Pazifist. Im Spät- sommer 1932 erschien sein letzter gedruckter Artikel. Im Bewusstsein seines völligen Versagens wählte er in letzter Konsequenz den Selbstmord. In diesem Buch zeichne ich Tucholskys Weg in das Schweigen nach und gehe den Ursachen für sein Verstummen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.