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Öffentlichkeit und Demokratie in der Metamorphose

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Edited By Peter Nitschke and Mirko Wischke

Demokratie kann ohne die Herstellung von Öffentlichkeit nicht existieren. Politische Partizipation und eine möglichst transparente Kommunikation im öffentlichen Raum bedingen sich wechselseitig. Beide Prinzipien stehen in der Gegenwart einer sich rasant globalisierenden Welt unter enormen Veränderungsdruck. Staat, Nation und die Identität von Gesellschaften hängen davon ab, wie sich Öffentlichkeit in demokratischen Foren ausgestalten lässt. Empirisch wie theoretisch wird in diesem Band anhand der Theorien von Jürgen Habermas und Hannah Arendt sowie am Beispiel der Vorgänge in der Ukraine rund um die Orangene Revolution und der Konstellation in Polen verdeutlicht, wie sehr das Prinzip von Öffentlichkeit in eine vielleicht grundlegende Metamorphose gerät, was zu gravierenden Veränderungen im Zuschnitt des demokratischen Modells führt.

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Der vakante Platz des Öffentlichen: Jürgen Habermas mit Hegel und Hannah Arendt gelesen - Mirko Wischke

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Der vakante Platz des Öffentlichen: Jürgen Habermas mit Hegel und Hannah Arendt gelesen Mirko Wischke Worin liegt die Bedeutung von Öffentlichkeit? Drei theoretische Alterna- tiven antworten auf diese Frage, die ich bei Habermas, Hegel und Hannah Arendt untersuchen und miteinander vergleichen werde. Im Folgenden beschäftigen mich zunächst (I.) die grundlegenden politiktheoretischen Motive von Habermas’ Interpretation von Öffentlichkeit. Dieser Teil be- schränkt sich auf einen eher knappen Überblick; kritische Einwände for- mulieren die folgenden Abschnitte, und zwar in Konfrontation mit syste- matischen Überlegungen Hegels und Hannah Arendts: Hegels politischer Wahrnehmung der öffentlichen Meinung (II.) sowie die sozialphilosophi- sche Bedeutung (III.), die Hannah Arendt an der Öffentlichkeit heraus- arbeitet. I. Jürgen Habermas Nicht gleichzusetzen mit „den Resultaten der Umfrageforschung“,1 ist Öf- fentlichkeit laut Habermas ein „elementares gesellschaftliches Phänomen“, das sich den „herkömmlichen Begriffen für soziale Ordnung“ entzieht: Öffentlichkeit lässt sich weder als „Institution“ noch als „Organisation“ begreifen; vielmehr ist sie ein „Normengefüge mit Kompetenz und Rol- lendifferenzierung“ in „offene, durchlässige und verschiebbare Horizon- te“ mit „interne[n] Grenzziehungen“.2 Politisch „in ihrer Funktion, aber privat in ihrer Zusammensetzung“,3 steht Öffentlichkeit zum einen für eine brüchige, gewaltfreie,4 sich über den Prozess der Meinungs- und 1 Reese-Schäfer (2001): 192. 2 Habermas (1992): 435. 3 Reese-Schäfer (2001): 38. 4 Habermas (1990): 152. 70 Mirko Wischke Willensbildung herausbildende Gemeinschaft politischer Bürger,5 zum anderen fungiert Öffentlichkeit als ein „organisatorisches Prinzip“ des Politischen,6 das auch „anomische...

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