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Der Einfluss des Ölsandabbaus auf die Siedlungsgrenze im Norden Kanadas

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Eduard Krejci

Die Ölsandvorkommen in der Provinz Alberta im Norden Kanadas zählen zu den größten nicht-konventionellen Öllagerstätten weltweit. Unter dem Aspekt der strategischen Versorgungssicherheit für den nordamerikanischen Kontinent erlangen diese Ölsandlagerstätten eine große Bedeutung. Vor diesem Hintergrund zeigt das Werk auf inwieweit die strukturelle Veränderung in der Region durch den Ölsandabbau fortgeschritten ist. Das Ergebnis ist eine auf Datenbankrecherche und wissenschaftlicher Analysen basierende Auswertung, die einen rasanten Wandel in der Siedlungsgrenzenentwicklung im Norden Kanadas aufzeigt.

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6. Synopse der Erkenntnisse

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Das Ziel der vorliegenden Arbeit war, mithilfe einer detaillierten Sekundäranalyse den Einfluss des Ölsandes auf die Siedlungsgrenze im nördlichen Alberta fest- zustellen. Am Beginn der Arbeit wurde der Terminus der Siedlungsgrenze definiert. Die Siedlungsgrenze entspricht einem Saum zwischen der Ökumene und Anökumene und nicht dem festgelegten Konstrukt einer politischen Grenze. Die Siedlungsgren- ze ist das Ergebnis der Sesshaftigkeit des Menschen zu dem Zeitpunkt, als die Menschheit Dörfer und Städte gründete. Es wurde ein konzeptionell-theoretischer Überblick über die drei Modelle von Turner, Mackenroth und Ehlers gegeben, die sich mit der Genese, der Entwicklung und den dahinterstehenden Prozessen auseinandersetzen. Eines der ältesten theoretischen Konzepte über Siedlungsgrenzen ist das Modell der Frontier Settlement von Turner, der Zeitzeuge der Siedlungsgrenzenentwick- lung in den Vereinigten Staaten war und auch ihr offizielles Ende um 1890 miter- lebte. Turner war Historiker und kein Geograph, dennoch legte er den Grund- stein für ein zentrales Forschungsthema der Geographie. Er beschrieb die Expan- sion der Siedlungsgrenze als eine sukzessive Abfolge eines Kulturlandschafts- wandels. Der Träger der Siedlungsgrenzenentwicklung ist laut Turner der Pionier- farmer, der die Wildnis in Kulturland überführt. Der Kulturlandschaftswandel gilt mit dem Einzug des Unternehmertums als abgeschlossen. Das Modell von Mackenroth beschreibt die Siedlungsgrenzenentwicklung als ein Zusammenspiel vom Bevölkerungswachstum und Nahrungsspielraum. In einer agrarisch strukturierten Gesellschaft findet das demographische und öko- nomische Wachstum durch die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion statt. Das Bevölkerungswachstum stagniert, wenn der Siedlungsraum ausgefüllt ist und auch die Böden schlechterer Qualität...

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