Show Less

Wahrheitspflicht und Kooperationsmaxime im Zivilprozess in Deutschland, Japan und China

Series:

Zhong Ren

Die Arbeit konzentriert sich auf eine rechtsvergleichende Untersuchung über Wahrheitspflicht und Kooperationsmaxime im Zivilprozess. Die beiden Fragestellungen sind gerade die wichtigsten Themen für die Strukturreform des Zivilprozessrechts auf dem chinesischen Festland. Aus der Diskussion der Wahrheitspflicht und dem Scheitern ihrer Rezeption in Japan und Taiwan konnten insgesamt vier Voraussetzungen für ihre Einführung ausgewertet werden. Darüber hinaus werden Vorschläge für die künftige Gesetzgebung der Wahrheitspflicht gleichfalls unterbreitet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 4. Die Wahrheitspflicht in China bis zum Jahr 1949 und in Taiwan

Extract

Einleitung In der heutigen Zeit gibt es in China vier verschiedene Rechtsgebiete des Zivil- prozesses, und zwar das Zivilprozessrecht auf dem chinesischen Festland, das Zivilprozessrecht in Taiwan, den Zivilprozess in Hongkong sowie das Zivilpro- zessgesetz in Macau. Darin verfolgten das chinesische Festland und Taiwan bis zum Jahr 1949 einen allgemeinen Weg zur Modernisierung des Zivilprozesses, der sehr stark vom deutschen und vom japanischen Zivilprozessrecht geprägt war. Auch wenn das Zivilprozessrecht von 1930 seit dem Jahr 1949 auf dem chi- nesischen Festland weggefallen ist, ist es bis heute im Rechtsgebiet von Taiwan immer noch gültig; dort ist ein Gleichlauf mit dem deutschen Zivilprozessrecht und dem japanischen Zivilprozess geblieben. Durch die Novelle von 1968 wurde sogar die Regelung der Wahrheitspflicht in Anlehnung an § 138 Abs. 1 ZPO in das Zivil prozess recht eingeführt. Es ist auch erwähnenswert, dass das Zivil- prozessrecht von 1930 und seine Vorbilder, das deutsche und das japanische Zivilprozessrecht, insbesondere seit der Reformpolitik und der wirtschaftlichen Öffnung im Jahr 1978, eine immer wichtigere Rolle für die Strukturreform des Zivilprozesses auf dem chinesischen Festland gespielt haben. Anders als die Modernisierung des Zivilprozesses auf dem chinesischen Festland und Taiwan verlief diejenige in Hongkong und Macau seit dem Ende der Qing-Dynastie, da Hongkong von Großbritannien und Macao von Portu- gal besetzt und beherrscht waren. In Hongkong war das britische Common law gültig, in Macau das Zivilprozessrecht von Portugal. Das Common law gilt in Hongkong bis heute immer noch, auch wenn Hongkong von Großbritannien im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.