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Literatur – Lesen – Lernen

Festschrift für Gerhard Rupp

Edited By Daniela A. Frickel and Jan Boelmann

Gerhard Rupp hat sich in seiner herausragenden Forschertätigkeit, zuletzt als Professor für Literaturwissenschaft (Didaktik der Germanistik) an der Ruhr-Universität Bochum, auf die Schwerpunkte Literatur – Lesen – Lernen konzentriert. Die versammelten Beiträge von Forscherkollegen, Weggefährten und Freunden aus verschiedenen Bereichen der Germanistik knüpfen an dieses Forschungsspektrum an. Perspektiviert werden unter anderem aktuelle Aspekte der empirischen Leseforschung, der Lesekompetenz, der Lesesozialisation sowie eines zeitgemäßen und handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts. Aber auch bildungspolitische Fragen und die Debatte um Bildungsstandards und (literarische und sprachliche) Kompetenzen werden hier verhandelt. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge widmen sich überwiegend dem autobiographischen Schreiben, aber auch dem Thema interkulturelle Literatur. Der Band leistet damit auch einen Beitrag zu aktuellen Diskursen der repräsentierten Disziplinen, insbesondere aber der Deutschdidaktik.

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Literaturgeschichte – eine unaufgeräumte Baustelle der kompetenzorientierten Deutschdidaktik. Karlheinz Fingerhut

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Literaturgeschichte – eine unaufgeräumte Baustelle der kompetenzorientierten Deutschdidaktik Karlheinz Fingerhut Abstract Im folgenden Beitrag wird der Versuch unternommen, thematische Unterrichtseinheiten in einem kompetenzorientierten, integrierten Deutschunterricht so mit einer entspre- chend konzipierten Literaturgeschichte für Schülerinnen und Schüler zu verbinden, dass die Lektüre eines gegebenen literarischen Textes auf Themen/Problemstellungen, auf die Mentalität einer Makroepoche, auf vergleichbare literarische Problemlösungen bezogen werden kann. Dazu sind gestufte Aufgabenstellungen, verständliche Kurzkommentierungen, kurze, auf den Text bezogenen Autorenporträts, ein Angebot an Werken der bildenden Kunst eingesetzt. 1. Das Dilemma zwischen Bildungsanspruch und Leistungs- messung Drei Argumente legitimierten die Literaturgeschichte im Deutschunterricht, obwohl bereits in den siebziger Jahren1 skeptisch nach dem Stellenwert der- selben im Curriculum von SI und SII gefragt wurde. Das erste ist das „Ka- nonargument“. Es besagt, dass jedes Mitglied einer Kulturgemeinschaft be- deutende Werke der Nationalliteratur kennenlernen sollte. Das diene der Ausbildung von personaler Identität, der Verständigung zwischen Generati- onen und Nationen. Das zweite Argument ist das des „historischen Bewusst- seins“. Es besagt, dass jedes Individuum lernen solle, sich selbst als ge- schichtliches Wesen zu verstehen. Familiengeschichte, Regionalgeschichte und Nationalgeschichte lieferten ihm einen Orientierungsrahmen, in dem Faktenkenntnis aus Kultur- und Mentalitätsgeschichte durch die Lektüre von Literatur der Vergangenheit lebendig werde.2 Das dritte Argument ist ein pädagogisches. Die literarischen Texte lieferten „Denkbilder“, in denen menschliche Lebensperspektiven, Werthaltungen und Entscheidungen ge- funden und durchdacht werden könnten, ohne dass gleich Lebens- Konsequenzen daraus gezogen werden müssten.3 Restbestände dieser Argumentationen finden sich...

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