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Literatur – Lesen – Lernen

Festschrift für Gerhard Rupp

Daniela A. Frickel and Jan Boelmann

Gerhard Rupp hat sich in seiner herausragenden Forschertätigkeit, zuletzt als Professor für Literaturwissenschaft (Didaktik der Germanistik) an der Ruhr-Universität Bochum, auf die Schwerpunkte Literatur – Lesen – Lernen konzentriert. Die versammelten Beiträge von Forscherkollegen, Weggefährten und Freunden aus verschiedenen Bereichen der Germanistik knüpfen an dieses Forschungsspektrum an. Perspektiviert werden unter anderem aktuelle Aspekte der empirischen Leseforschung, der Lesekompetenz, der Lesesozialisation sowie eines zeitgemäßen und handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts. Aber auch bildungspolitische Fragen und die Debatte um Bildungsstandards und (literarische und sprachliche) Kompetenzen werden hier verhandelt. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge widmen sich überwiegend dem autobiographischen Schreiben, aber auch dem Thema interkulturelle Literatur. Der Band leistet damit auch einen Beitrag zu aktuellen Diskursen der repräsentierten Disziplinen, insbesondere aber der Deutschdidaktik.

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Szenisches Interpretieren als leibhaftige Kommunikation mit dem literarischen Text. Felix Zulechner

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Szenisches Interpretieren als leibhaftige Kommunikation mit dem literarischen Text Felix Zulechner Abstract Das szenische Interpretieren als eine Form des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts wird anhand der Darstellung des konkreten Verlaufs der Interpreta- tion von Hölderlins Gedicht „Hälfte des Lebens“ vorgestellt. Zuvor werden literaturdidak- tische und allgemeine pädagogische Überlegungen zum Lernen in schulischen Institutio- nen, aber auch theaterpädagogische Ansätze, die aus der Theorie und Praxis der Thea- termacher Brecht und Tabori stammen, zur Begründung dieser „körperlichen“ Form des Literaturunterrichts angeführt. „Damit muss man leben!“ – so lautete der Kommentar eines Schülers zu ei- ner überraschenden Deutung eines Gedichtes. Dieser Ausruf wurde zum Ti- tel des Aufsatzes von Gerhard Rupp über ein rezeptionspragmatisches Un- terrichtsmodell zur modernen Lyrik1, das er an der Albert-Einstein-Schule in Bochum, an der ich tätig war, ausprobierte. Mit dieser Unterrichtseinheit begannen meine Zusammenarbeit mit Gerhard Rupp und mein eigenes Ler- nen, sich der Literatur über produktive Rezeptionshandlungen zu nähern und dadurch auch zu erschließen. Ich muss gestehen, dass ich eine Weile brauchte, mich mit diesem Ansatz vertraut zu machen, meine im Studium und in der Referendarausbildung erworbenen methodischen Herangehens- weisen zu hinterfragen und diesen für mich neuen Ansatz zu akzeptieren. Nach dieser Lernphase jedoch konnte ich überzeugt sagen: „Damit kann man (gut!) leben“, wenn Rezeptionshandlungen ins Zentrum der Vermittlung von Literatur gestellt werden. In den folgenden Berufsjahren verfolgte ich immer wieder diesen Ansatz im Deutschunterricht. Dabei kristallisierte sich bei mir als Schwerpunkt das „szenische Interpretieren“ als...

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