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Befristungs- und Optionsvereinbarungen im professionellen Mannschaftssport

Unter besonderer Berücksichtigung des Berufsfußballs

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Aegidius Vogt

Die wachsende Bedeutung des Profisports im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben zieht zwangsläufig auch eine zunehmende Verrechtlichung nach sich. Im Vergleich zu «normalen» Arbeitsverhältnissen weisen die Verträge von Sportlern Besonderheiten auf, die das Sportarbeitsrecht immer wieder vor Herausforderungen stellt. Zu denken ist z.B. an die begrenzte Lebensarbeitszeit der Sportler und den erheblichen Einfluss von Medien und Sponsoren. Im Fokus der Arbeit steht ausschließlich die arbeitsrechtliche Zulässigkeit von in der Praxis üblichen Befristungs- und Optionsvereinbarungen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass befristete Verträge im professionellen Mannschaftssport aufgrund eines eigenständigen Befristungsgrundes grundsätzlich als zulässig einzustufen sind, während auflösende Bedingungen nur vereinzelt wirksam vereinbart werden können. Einseitige Vertragsverlängerungsoptionen sind – im Gegensatz zu zweiseitigen Optionen – unzulässig. Einsatz- und leistungsabhängige Optionen benachteiligen die Sportler in aller Regel ebenfalls unangemessen und sind damit meist nicht wirksam zu vereinbaren.

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Einleitung

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Der Sport im Allgemeinen – Breitensport wie Spitzensport – ist ein unverzicht- bares Element unserer Gesellschaft.1 Dem Spitzen- bzw. Profisport kommt im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben eine ganz besondere Bedeutung zu. Er hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zu einem eigenen Wirtschafts- zweig entwickelt. Die Erträge und die Anzahl der im Profisport bestehenden Ar- beitsplätze geben davon Auskunft. So erwirtschafteten die neben der 1. Fußball-Bundesliga maßgeblichen vier weiteren deutschen Profiligen, die 2. Fußball-Bundesliga, die Eishockey- (DEL), die Handball- (HBL) und die Basketball-Bundesliga (BBL), in der Saison 2009/2010 Gesamterlöse von etwa 516 Millionen Euro – exklusive Transfererlö- se.2 Umsatzstärkste dieser Ligen ist die 2. Fußball-Bundesliga mit geschätzten 290,2 Millionen Euro, gefolgt von der DEL mit 87,4 Millionen Euro, der HBL mit 79,5 Millionen Euro und der BBL mit 59,4 Millionen Euro.3 In der Fußball- Bundesliga Saison 2010/2011 wurde der bislang höchste Umsatz verzeichnet. Zum siebten Mal in Folge wird ein Umsatzrekord – jetzt in Höhe von 2,23 Mil- liarden Euro – verbucht, wobei allein auf die Klubs der 1. Bundesliga 1,94 Mil- liarden Euro entfallen.4 Nach eigenen Angaben aus dem Jahre 2009 stellten die Fußball-Bundesliga, die Basketball-Bundesliga, die Deutsche Eishockey-Liga und die Handball-Bun- desliga allein mehr als 40.000 Arbeitsplätze.5 Nach neueren Zahlen sind dem Betrieb der 1. und 2. Fußball Bundesliga über 40.000 Arbeitsplätze direkt und 1 11. Sportbericht der Bundesregierung, BT-Drucks. 16/3750, S. 9. 2 Pressemitteilung zur Deloitte-Analyse „Finanzreport deutscher Profiligen“ v....

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