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Befristungs- und Optionsvereinbarungen im professionellen Mannschaftssport

Unter besonderer Berücksichtigung des Berufsfußballs

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Aegidius Vogt

Die wachsende Bedeutung des Profisports im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben zieht zwangsläufig auch eine zunehmende Verrechtlichung nach sich. Im Vergleich zu «normalen» Arbeitsverhältnissen weisen die Verträge von Sportlern Besonderheiten auf, die das Sportarbeitsrecht immer wieder vor Herausforderungen stellt. Zu denken ist z.B. an die begrenzte Lebensarbeitszeit der Sportler und den erheblichen Einfluss von Medien und Sponsoren. Im Fokus der Arbeit steht ausschließlich die arbeitsrechtliche Zulässigkeit von in der Praxis üblichen Befristungs- und Optionsvereinbarungen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass befristete Verträge im professionellen Mannschaftssport aufgrund eines eigenständigen Befristungsgrundes grundsätzlich als zulässig einzustufen sind, während auflösende Bedingungen nur vereinzelt wirksam vereinbart werden können. Einseitige Vertragsverlängerungsoptionen sind – im Gegensatz zu zweiseitigen Optionen – unzulässig. Einsatz- und leistungsabhängige Optionen benachteiligen die Sportler in aller Regel ebenfalls unangemessen und sind damit meist nicht wirksam zu vereinbaren.

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2. Teil: Optionsvereinbarungen

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I. Einführung Neben der Frage der Zulässigkeit befristeter Arbeitsverhältnisse im professio- nellen Mannschaftssport ist auch die arbeitsrechtliche Zulässigkeit von so ge- nannten Optionsvereinbarungen weitgehend ungeklärt. Ein Optionsrecht gibt dem Berechtigten die (befristete oder unbefristete) Befugnis, durch einseitige Willenserklärung unmittelbar ein inhaltlich bereits fixiertes Vertragsverhältnis herbeizuführen oder zu verlängern.506 Es begründet ein Gestaltungsrecht des Be- rechtigten.507 Weit verbreitet sind Verlängerungsoptionen vor allem in gewerbli- chen Miet- und Pachtverträgen, die das Recht des Mieters begründen, einen be- fristet abgeschlossenen Vertrag um eine weitere Zeitperiode zu verlängern.508 In der sportrechtlichen Praxis werden Optionen als Verlängerungsoptionen509 in das befristete Vertragswerk zwischen Verein und Sportler mit aufgenommen. Diese Optionen ermöglichen es wahlweise nur einer oder auch beiden Vertragsparteien, das befristete Arbeitsverhältnis für einen festgelegten Zeitraum über die ur- sprünglich festgelegte Vertragslaufzeit hinaus einmal oder mehrfach befristet zu verlängern. Daneben sind Verlängerungsoptionen denkbar, die auf die Errei- chung bestimmter Vorgaben abzielen. Abhängig von der jeweiligen Berechti- gung zur Herbeiführung der Vertragsverlängerung bzw. von dem Erfordernis der Erreichung bestimmter Voraussetzungen für eine Vertragsverlängerung ist im Folgenden zwischen einseitigen-, zweiseitigen- und sonstigen Verlängerungsop- tionen zu unterscheiden. 506 MünchKommBGB/Busche, Vorb v § 145, Rn. 70; Palandt/Ellenberger, Einf v § 145 BGB, Rn. 23. 507 MünchKommBGB/Busche, Vorb v § 145, Rn. 70; Palandt/Ellenberger, Einf v § 145 BGB, Rn. 23. 508 Vgl. dazu Casper, S. 39 f., 452 ff. sowie allgemein zu Verlängerungsoptionen in...

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