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Befristungs- und Optionsvereinbarungen im professionellen Mannschaftssport

Unter besonderer Berücksichtigung des Berufsfußballs

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Aegidius Vogt

Die wachsende Bedeutung des Profisports im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben zieht zwangsläufig auch eine zunehmende Verrechtlichung nach sich. Im Vergleich zu «normalen» Arbeitsverhältnissen weisen die Verträge von Sportlern Besonderheiten auf, die das Sportarbeitsrecht immer wieder vor Herausforderungen stellt. Zu denken ist z.B. an die begrenzte Lebensarbeitszeit der Sportler und den erheblichen Einfluss von Medien und Sponsoren. Im Fokus der Arbeit steht ausschließlich die arbeitsrechtliche Zulässigkeit von in der Praxis üblichen Befristungs- und Optionsvereinbarungen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass befristete Verträge im professionellen Mannschaftssport aufgrund eines eigenständigen Befristungsgrundes grundsätzlich als zulässig einzustufen sind, während auflösende Bedingungen nur vereinzelt wirksam vereinbart werden können. Einseitige Vertragsverlängerungsoptionen sind – im Gegensatz zu zweiseitigen Optionen – unzulässig. Einsatz- und leistungsabhängige Optionen benachteiligen die Sportler in aller Regel ebenfalls unangemessen und sind damit meist nicht wirksam zu vereinbaren.

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Gesamtergebnis der Arbeit

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Befristete Sportleistungsverträge mit Trainern wie auch mit Spielern sind im pro- fessionellen Mannschaftssport grundsätzlich als zulässig einzustufen. Dabei kommen zunächst mehrere rechtfertigende Sachgründe in Betracht. Für die Ver- tragspraxis mit am relevantesten dürfte die Befristung auf ausdrücklichen Wunsch des Sportlers nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 TzBfG sein. Andere nor- mierte bzw. anerkannte Befristungsmöglichkeiten – auch sachgrundlose, wie et- wa die Erstanstellungsbefristung nach § 14 Abs. 2 TzBfG – spielen in der Ver- tragspraxis eine untergeordnete Rolle. Der ansonsten stets nach § 14 Abs. 1 Satz 1 TzBfG erforderliche rechtfertigende Sachgrund für die Befristung von Sport- leistungsverträgen lässt sich nicht, wie verbreitet angenommen, unter den Sach- grund der Eigenart der Arbeitsleistung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG ein- ordnen, sondern folgt aus dem ungeschriebenen Sachgrund der Besonderheiten des professionellen Mannschaftssports. Auflösende Bedingungen in Sportleistungsverträgen bedürfen aufgrund der Bestimmung des § 21 TzBfG zu ihrer Rechtfertigung ausnahmslos eines Sach- grundes. Bei der auflösenden Bedingung des Lizenzverlusts, des Abstiegs sowie der Insolvenz kommt jeweils lediglich der Sachgrund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 TzBfG (Wunsch des Arbeitnehmers) in Betracht. Dieser Wunsch sollte im Hinblick auf etwaige Streitigkeiten unmissverständlich im Anstellungsvertrag niedergelegt werden. Ob ein Gericht diesen Nachweis in einem Rechtsstreit als hinreichend erachtet, ist indes ungewiss und hinge maßgeblich von dem weiteren Vorbringen der Parteien und der jeweiligen Berufssituation des Sportlers ab. Letztlich ist aufgrund dieser Unwägbarkeiten von der Vereinbarung solcher...

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