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Wirkfaktoren verkehrspsychologischer Nachschulungskurse

Evaluierung eines Kursmodelles für alkoholauffällige Kraftfahrer

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Armin Otti

In dieser Studie wird der Problembereich Alkohol im Straßenverkehr hinsichtlich diagnostischer Unterscheidungskriterien diskutiert und die verschiedenen psychologischen Fragebogeninstrumente überblicksmäßig dargestellt. Die behördliche Anordnung eines Nachschulungskurses für verkehrsauffällige Kraftfahrer war bis Inkrafttreten der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung im Jahr 1997 eine mögliche Maßnahme, basierend auf der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung, die beim Betroffenen eine Einstellungs- und Verhaltensänderung bewirken sollte, um künftige Delinquenz im Straßenverkehr nachhaltig zu verhindern. Die Nachschulungsdurchführung in Österreich sowie gegenwärtige Tendenzen sind Thema der Erörterung, wobei das Nachschulungsmodell des «Allgemeinen Arbeitskreises Autonomer Verkehrspsychologen – AAAV» untersucht wird. Im weiteren Verlauf wird, ausgehend von der gesellschaftlichen Situation gegen Ende des 19. Jahrhunderts, der entstehende Individualverkehr beschrieben. Die Alkoholproblematik im Straßenverkehr (Häufung von Verkehrsunfällen) und entstehende psychologische Interventionsansätze werden ebenso dargestellt wie die österreichische Führerscheingesetzgebung, von ihren Anfängen in der k.k. Monarchie bis in die Gegenwart.

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1. Entwicklung der Fragestellung

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Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die mehrjährige praktische Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung verkehrspsychologischer Nachschulungskurse für verkehrsauffällige Kraftfahrer. Verkehrspsychologische Nachschulungskurse werfen auch für die pädagogische Praxis in der Erwachsenenbildung die interes- sante Frage nach der Effizienz des pädagogischen Handelns der Kurstrainer auf. Dies umso mehr deshalb, da diese Kurse unter rechtlich genau definierten Rah- menbedingungen stattfinden müssen und auch die Trainerqualifikationen durch genaue Ausbildungsrichtlinien vorgegeben sind. Diese Ausrichtung auf Ökonomie und Effizienz im pädagogischen Hand- lungsfeld, hat ihren Ursprung in der Qualitätsprüfung technischer Erzeugnisse sowie den daran anschließenden Überlegungen zur Qualitätssicherung in der industriellen Produktion. Es war daher nur eine logische Entwicklung dass sehr bald Überlegungen folgten, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung auch in anderen Dienstleistungsbereichen einzusetzen. Im Bereich der Verkehrspsy- chologie hat sich diese Auffassung mittlerweile weitgehend etabliert und wurde in der Führerscheingesetz-Nachschulungsverordnung (FSG-NV, BGBL II Nr. 357, 2002) auch gesetzlich verankert. Es liegen jedoch bislang keine detaillier- ten und öffentlich zugänglichen Evaluationsprogramme zu den bisher entwickel- ten und behördlich approbierten Nachschulungsmodellen vor. 1.1. Ausgangslage Die behördliche Anordnung eines Nachschulungskurses für verkehrsauffällige Kraftfahrer war bis Inkrafttreten der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung im Jahr 1997 eine mögliche Maßnahme, basierend auf der Kraftfahrgesetz- Durchführungsverordnung (KDV, BGBL Nr. 399, 1967 idf BGBL Nr. 579, 1991) die beim Betroffenen eine Einstellungs- und Verhaltensänderung bewir- ken sollte, um künftige Delinquenz im Straßenverkehr nachhaltig zu verhindern. Erst durch die gesetzlichen Änderungen im...

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