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Karl Ludwig Freiherr von Bruck

Ein Wirtschaftsfachmann ohne Beamtenmentalität

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Eva Macho

Karl Ludwig von Bruck (1798-1860), Gründer des «Österreichischen Lloyd», höchst effizienter Handelsminister der ersten Ära Kaiser Franz Josephs I., später Internuntius in Konstantinopel, wurde schließlich im März 1855 Finanzminister, um als Retter in der Not den daniederliegenden Staatshaushalt zu sanieren. Der fähige Wirtschaftsfachmann setzte alle ihm zur Verfügung stehenden Kräfte für die Konsolidierung des Budgets ein. Letztlich scheiterte er am verlorenen Italienkrieg, aber auch an den ständigen Intrigen der zahlreichen neiderfüllten und missgünstigen Feinde. Ziel dieser Arbeit war es, den Facettenreichtum der Persönlichkeit Brucks, die ehrgeizigen Pläne zur Schaffung eines einheitlichen mitteleuropäischen Wirtschaftsraumes und sein kompromissloses Engagement für Österreich und seinen Monarchen in Ansätzen zu erfassen.

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2. Das Leben beginnt in Triest

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Anfänge einer viel versprechenden Karriere Karl Ludwig Brucks Aufgeschlossenheit für eine seinen Interessen entgegen- kommende neue Lebensgestaltung, die ihm eigene Begeisterungsfähigkeit für große Ideale oder auch für weniger große, jedoch phantasievolle Ideen ist uns nun schon bekannt. Diesmal wollte er sich der philhellenischen Bewegung an- schließen und für die griechische Freiheit kämpfen. Die Stadt Triest, wo er 1821 eintraf, interessierte ihn nicht, sie sollte nur der Ausgangspunkt für seine Schiffs- reise nach Griechenland sein. Dass mit seinen hehren Absichten auch Gefahren verbunden sein würden, bereitete ihm offensichtlich kein Kopfzerbrechen. Als er mit einigen, bereits aus Griechenland heimgekehrten Kämpfern ins Gespräch kam und deren realistische Schilderungen mit Schaudern zur Kenntnis nehmen musste, verging ihm bald das Verlangen, ein solches Abenteuer zu wagen. Nun war guter Rat teuer. Wieder nach Bonn zurückzukehren, hätte das Eingeständnis eines erneuten Scheiterns bedeutet. Es ist beinahe schicksalhaft zu nennen, dass Bruck den Einfall hatte, das preußische Konsulat in Triest aufzusuchen. Dort würde er auch Näheres über den Stand der Dinge in Griechenland erfahren. Es ist anzunehmen, dass er sich das Abenteuer des Freiheitskampfes noch nicht ganz aus dem Kopf geschlagen hatte, und so wandte er sich an die kompetente Stelle, um bei einem Landsmann die nötigen Informationen und Ratschläge einzuholen. Der preußische Konsul Carl Friedrich Brandenburg bedeutete für den Griechenlandenthusiasten einen Glückstreffer. Dieser empfing ihn freundlich, bestätigte die abschreckenden Berichte...

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