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Das kinematographische Werk von Alain Tanner oder die philosophische Reise

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Marie Minot

Inwiefern ist das Werk des Genfer Regisseurs Alain Tanner (geboren 1929) für eine Philosophie der Reise relevant? Sein fiktionales Langfilmschaffen handelt von der reisenden oder sesshaften, stets aber unruhigen Suche nach einem besseren, im wörtlichen Sinne utopischen Leben. Stark geprägt von den fortschrittlichen Gedankenströmungen der 1960er Jahre und insbesondere von dem in diesen Jahren stärker rezipierten Brechtschen Ansatz hat er darin sowohl das Was (Was für ein Leben wollen wir führen? An welchem Ort?) als auch das Wie (der Entstehungs- und Wirkungsweise des filmischen Mediums) reflektiert. Seine Hinterlassenschaft ist eine aktuell gebliebene Anregung, ja sogar eine weltgewandte und welt-wandlerische Schule des subversiven Sehens und Denkens.

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„Fremd bin ich eingezogen, fremd ziehe ich wieder aus“ – Erlahmter Abklang

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177 „Fremd bin ich eingezogen, fremd ziehe ich wieder aus“616 – Erlahmter Abklang „Je suis rentré à Charleville un jour après vous avoir quitté. Ma mère m’a reçu, et je suis là...tout à fait oisif. [...] Je meurs, je me décompose dans la platitude, dans la mauvaiseté, dans la grisaille. Que voulez- vous, je m’entête affreusement à adorer la liberté libre, et ... un tas de choses que « ça fait pitié » n’est-ce pas? Je devais repartir aujourd’hui même; je le pouvais : j’étais vêtu de neuf, j’aurais vendu ma montre, et vive la liberté ! – Donc je suis resté ! je suis resté ! – et je voudrai repartir encore bien des fois. – Allons, chapeau, capote, les deux poings dans les poches, et sortons. – Mais je resterai, je resterai. [...]“617 Arthur Rimbaud an Georges Izambard. Charleville, den 2. November 1870 NO MAN’S LAND (1984) Exposé. Fünf Personen leben im waadtländischen Jura, in der Nähe des Niemandslands zwischen Frankreich und der Schweiz. Paul (gespielt von Hugues Quester) ist der Sohn eines Automechanikers, arbeitet in dessen Werkstatt mit und leitet eine kleine Schmuggelorganisation. Er macht gerade seinen Flugschein, träumt davon, das Weite zu suchen und in Ka- nada Pilot zu werden. Madeleine (gespielt von Myriam Mézières), seine Freundin, ist Besitzerin einer Disko im Wald auf der französischen Seite und möchte in Paris singen. Mali (gespielt von Betty Berr) ist Grenzgän- gerin: sie wohnt in Frankreich und arbeitet in einer Fabrik in der Schweiz. Im...

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