Show Less

Telekommunikationsregulierung der nächsten Generation

Vorgaben für eine konsistente (Zugangs-)Regulierung von Next Generation Networks

Series:

Christian Hinz

Die (Zugangs-)Regulierung der nächsten Generation behandelt die sich im Zuge der Modernisierung der Telekommunikationsnetze durch Glasfaserrollout stellenden Regulierungsfragen. Obwohl die aktuell getätigten Investitionen grundsätzlich unter den Bedingungen liberalisierter Märkte erfolgen, ist sektorspezifische Regulierung nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG), die in ihrer Zielsetzung deutlich über diejenige des allgemeinen Kartellrechts hinausgeht, weiterhin für effektiven Wettbewerb im Bereich der Telekommunikation unverzichtbar. Neben aus dem Unions- und Verfassungsrecht folgenden allgemeinen Grundsätzen der sektorspezifischen Regulierung werden insbesondere die Implikationen des Modernisierungsprozesses für die Regulierung dargestellt und konkrete Handlungsoptionen der Bundesnetzagentur analysiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

9. Arbeitsthesen

Extract

• Der schillernd verwendete Begriff Next Generation Network lässt sich auf zwei Kernfacetten reduzieren: Er beinhaltet einerseits eine zukunftsgerichtete Vorstellung von universeller, netzübergreifender elektronischer Kommunika- tion, andererseits hat der Begriff eine leistungsfähige Infrastruktur insbeson- dere im Bereich des Anschlussnetzes zum Gegenstand. Bei Auf- und Ausbau leistungsfähiger Glasfasernetze manifestieren sich die besonderen regulatori- schen Herausforderungen der NGN-Migration (S. 18 ff.). • Die klassischen Telekommunikationsanbieter – allen voran der nationale Incumbent DTAG – investieren in die Auf- bzw. Umrüstung ihrer (Zugangs- )Netze mit bandbreitenstarker Glasfaser. Die derzeitige Ausbaustufe betrifft das Kupferhauptkabel zwischen Kabelverzweiger und Hauptverteiler und hat gleichsam zur Folge, dass die aktive Umsetzungstechnik vom HVt in die KVz vorrückt. Auf diese Weise sollen VDSL-Anschlüsse ermöglicht und Verbundvorteile für reine Glasfaseranschlüsse geschaffen werden (S. 34 ff.). • Die treibende Motivation der DTAG hinter diesem Netzausbau ist im Kern dreigliedrig: Zum einen sollen durch eine Netz- und Technologieoptimierung Kosten eingespart und so die Netze konkurrenzfähig gehalten werden, zum Zweiten erhofft sich die DTAG neue Einnahmequellen, insbesondere durch die Vermarktung neuer Dienste und schließlich will sie ihre Kunden langfris- tig binden und so ihren Kundenstamm halten, möglichst noch vergrößern (S. 22 ff.). • Aufgrund nur partiell vorhandener eigener Infrastruktur sind die Wettbewer- ber der DTAG auf Vorleistungen angewiesen, für deren (dauerhafte) Existenz die Netzmodernisierung der DTAG ein besonderes Gefährdungspotential darstellt. Da Hauptverteiler und Kupferhauptkabel im modernisierten Netz grundsätzlich funktionslos werden, drohte den Wettbewerbern ohne staatliche Regulierungsintervention der Verlust des über diese Infrastrukturen realisier-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.